Reiseimpfungen: Wann ein Impfschutz wichtig ist

    Aus WISSEN-digital.de

    Impfungen sind ein heikles Thema, vor allem seit der Corona-Pandemie. Zahlreiche Menschen informieren sich unzureichend, weshalb viele Gerüchte kursieren. Dabei sorgt nicht nur die Corona-Impfung für Diskussionsstoff. Ähnlich verhält es sich mit Reiseimpfungen, die streng genommen ein noch viel komplexeres Thema sind.

    Was sind Reiseimpfungen?

    Die Reiseimpfung steht für einen Impfschutz, der speziell als gesundheitliche Vorsorgemaßnahme für eine Reise gedacht ist. Solche Reisen führen im Regelfall in ferne Länder, in denen andere gesundheitliche Risiken drohen, als in der heimischen Umgebung.

    Das Spektrum an Impfungen, die sich für Reisen empfehlen oder sogar vorgeschrieben sind, ist breit gefächert. Es reicht von vergleichsweise harmlosen und weit verbreiteten Impfungen, bis hin zu relativ seltenen Impfungen. Schlussendlich kommt es stets auf das Reiseziel und die zugehörigen Vorschriften sowie ärztlichen Empfehlungen an.

    Die „harmlosen“ Impfungen sind auch nur bedingt Reiseimpfungen. Wer in Deutschland lebt und sich gemäß den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) impfen lässt, verfügt über einen breit gefächerten und damit soliden Impfschutz. Damit ist die Einreise in zahlreiche Länder der Welt problemlos möglich.

    Je nach Land können aber besondere Vorschriften oder Empfehlungen gelten. Auch wenn zum Teil nur von „Empfehlungen“ gesprochen wird, sollten Reisende nicht darauf verzichten. Ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang ist der Schutz vor schweren Erkrankungen, insbesondere den Tropenerkrankungen. Wer in die Tropen oder Subtropen reisen möchte, kann gut damit beraten sein, sich gegen diverse Fiebererkrankungen (z.B. Denque oder Q-Fieber) impfen zu lassen.

    Sowohl Beratung rund um das Thema Reiseimpfung als auch die Durchführung der Impfung bieten im Regelfall Ärzte vor Ort an. Bei speziellen Impfungen kann es aber auch notwendig sein, sich überregional umzusehen. Zum Teil sind es Arztpraxen, die Impfberatungen anbieten, zum Teil auch Kliniken.

    Welche Risiken bestehen?

    Im Wesentlichen ist zwischen zwei verschiedenen Risiken zu unterscheiden, nämlich dem Risiko nicht geimpft zu sein sowie möglichen Nebenwirkungen und Folgen einer Reiseimpfung.

    Zunächst zum Risiko, ohne Impfung zu verreisen, obwohl diese empfohlen ist. Selbstverständlich bedeutet ein Aufenthalt im Ausland nicht zwangsläufig, dass es zu einer Infektion kommt. Entscheidend ist letztlich, wie hoch das Risiko einer Erkrankung bemessen ist und wie es um die Folgen steht. Reisende sollten in diesem Zusammenhang einen wichtigen Punkt bedenken: Bestimmte Erreger können dauerhafte Erkrankungen zur Folge haben, die sie bis an das Lebensende begleiten.

    Je nach Erkrankung kann sogar der Tod drohen. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Erkrankung an Tollwut, die vor allem in Teilen des asiatischen Raums verbreitet ist. Nicht einmal ein Prozent der Erkrankten überleben eine Infektion, sodass der Impfschutz sehr empfehlenswert sein kann.

    Nun zum zweiten Risiko, den möglichen Folgen einer Impfung. Gerade bei sogenannten Tropfenimpfungen können erhebliche Nebenwirkungen sowie vorübergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten. Zwar muss dies nicht der Fall sein, aber es besteht die Möglichkeit. Auch hier ist die Tollwutimpfung wieder ein gutes Beispiel. Viele Menschen berichten, dass Ihnen die Impfung in den ersten Tagen erheblich zugesetzt hat, weshalb es umso wichtiger ist, sich im Vorfeld ausreichend Zeit für die Erholung einzuplanen.

    Tipps aus der Praxis

    Der zweifellos wichtigste Tipp besteht darin, sich rechtzeitig mit der Thematik zu befassen. Wer verreisen möchte, sollte früh genug prüfen, welche gesundheitlichen Bedrohungen existieren. Hier lohnt es sich genau hinzusehen, denn womöglich wird ein Teil des Landes besucht, in dem der Erreger nicht verbreitet ist und somit keine Impfung benötigt wird.

    Ebenso ist zu prüfen, ob eine Impfung auf freiwilliger Basis erfolgen kann oder sie Voraussetzung für die Einreise ist. Zwar gibt es nur vergleichsweise wenige Länder, in denen Menschen bei der Einreise einen Impfschutz nachweisen müssen, aber sie existieren. Entsprechend ist es wichtig, mit den gesetzlichen Bestimmungen vertraut zu sein.

    Zu guter Letzt sollte auch genug Zeit für die eigentlichen Impfungen eingeplant werden. Es gibt Impfstoffe, die nicht überall verfügbar sind. Wie schon angedeutet, kann unter Umständen zunächst die Suche nach dem passenden Arzt oder gar einer Klinik notwendig sein. Zudem ist es möglich, dass ein Impfstoff auch dort erst angefordert werden muss und somit nicht immer direkt gespritzt werden kann. Davon abgesehen kann es eine ganze Weile dauern, bis der Impfstoff seine volle Wirkung entwickelt bzw. die Abwehrkräfte ausreichend Antikörper gebildet haben.

    Folglich sollte nicht erst wenige Wochen vor dem Reisetermin mit der Auseinandersetzung begonnen werden. Besser ist es, schon einige Monate zuvor damit zu beginnen, um zeitlich auf der sicheren Seite zu sein.

    KALENDERBLATT - 29. November

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    1791 Die Französische Nationalversammlung verabschiedet ein neues Gesetz gegen französische Priester, die den Eid auf die neue Verfassung verweigern.
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