Ray Charles

    Aus WISSEN-digital.de

    US-amerikanischer Sänger, Pianist und Saxophonist; * 23. September 1932 in Albany, Georgia, † 10. Juni 2004 in Beverly Hills eigentlich: Ray Charles Robinson;

    Ray Charles war der Begründer des Soul und gleichzeitig mit seiner einzigartigen Stimme und seinem begnadeten Piano- und Saxophonspiel einer der besten Soul-Interpreten.

    Als Sohn eines Eisenbahnarbeiters und einer Plantagenarbeiterin wuchs Charles Robinson in den ärmlichsten Verhältnissen der schwarzen Unterschicht auf. Seine Kindheits- und Jugendjahre waren von schweren Schicksalsschlägen gekennzeichnet: Sechsjährig musste Ray mit ansehen, wie sein Bruder ertrank. Ein Jahr später erkrankte er am Grünen Star und erblindete. Als Fünfzehnjähriger verlor er schließlich beide Eltern. Gerade 16 Jahre alt, wurde Robinson heroinabhängig, eine Sucht, die später beinahe seine Karriere zerstörte und von der er nie völlig loskam. Seine Mutter hatte ihn in der Blindenschule von St. Augustine, Florida, untergebracht, wo er eine klassische Klavierausbildung erhielt und die Kompositionen von Bach und Beethoven kennen lernte. Darüber hinaus bekam Robinson Klarinetten-, Orgel- und Saxophonunterricht. Die Musik wurde bald zu seinem Lebensinhalt und zur Fluchtmöglichkeit aus der Tristesse dieser Lebensjahre.

    Eine wichtige Inspirationsquelle war der Jazz, den Robinson durch Interpreten wie Louis Armstrong und Hank Williams im "Red Wing Cafe" und anderen Jazzkneipen seines Heimatstädtchens Greensville kennen lernte. Sechzehnjährig brach Robinson die Schule ab und gründete drei Jahre später sein erstes Trio. Großes Vorbild war Nat "King" Cole, der erste schwarze Musiker, dessen Songs in die "weißen" Hitparaden kamen. Mit seinem "Ray Charles Trio" tingelte Ray Charles die nächsten Jahre durch die Clubs, Jazzkneipen und Dance Halls des Mittleren Westens. 1952 bekam er beim Atlantic-Label (eines der größten R&B-Labels) seinen ersten Plattenvertrag, der Startschuss für Ray Charles' Karriere. Weitere Alben auf diesem Label sollten folgen. Mit dem Song "What'd I Say", 1959 auf LP veröffentlicht, kam schließlich der Durchbruch. Der Song entstand ursprünglich bei einem Auftritt in einer Dance Hall, als Ray Charles bei einer Zugabe improvisierte und nach einem abrupten Break die Zeilen "See the girl with the diamond ring/ She know how to shake that thing" sang. Das Publikum brach in Jubel aus und Charles rief "That's what I say!".

    Ray Charles kreierte einen einzigartigen musikalischen Stil, ein virtuoses Arrangement von Versatzstücken des kühl-artifiziellen Jazz, des traditionellen Gospel und des ländlichen Blues. Seine gefühl- und temperamentvolle Art des Gesangs gab dem Musikstil den Namen: Der "Soul" war geboren. Mit dem Song "Hallelujah I Love Her So" von 1956, in dem er den charakteristischen Call-And-Response des Gospels für eine sehr weltliche Botschaft benutzte, handelte er sich Blasphemievorwürfe ein. Dem Erfolg der Single tat dies keinen Abbruch. In seine Musik integrierte Ray Charles auch Musikströmungen wie den Twist oder den Swing (beispielsweise im Album "Twist With Ray Charles", 1961). Ray Charles wagte 1960, nach einem Label-Wechsel zu ABC Paramount, ein Album mit Country-Standards, auf dem er mit Interpretationen wie "I Can't Stop Loving You" und "Georgia On My Mind" seine künstlerische Vielseitigkeit bewies.

    1959 gründete Ray Charles das "Maxim Trio" und 1961 das Plattenlabel "Tangerine", auf dem seine weiteren Alben veröffentlicht wurden. Im Laufe seiner weiteren Karriere arbeitete er mit Musikgrößen wie Aretha Franklin, Peggy Lee oder Quincy Jones zusammen. Seine Songs wurden von weißen Musikern wie Jerry Lee Lewis gecovert. Ray Charles wurde zu einem Idol der aufstrebenden Beatnik- und Modszene der sechziger Jahre. 1980 spielte er neben James Brown in dem Musikfilm "The Blues Brothers" mit. 1984 feierte er sein 40-jähriges Bühnenjubiläum und wurde in der weltweit übertragenen Galashow "A Man and His Soul" geehrt. Noch in den Neunzigern war Ray Charles fast ununterbrochen auf Tournee.

    Er erhielt im Laufe seiner Karriere zwölf Grammys und hatte rund 50 Billboard-Hits, darunter Songs wie "Hit the Road Jack", "I Don't Need No Doctor" oder "The Midnight Hour". Charles Autobiografie "Brother Ray - Ray Charles' Own Story" erschien 1978.

    Alben (Auswahl)

    1957 - The Great Ray Charles

    1958 - Soul Brothers

    1959 - The Genius Of Ray Charles

    1960 - The Genius Hits The Road

    1961 - Twist with Ray Charles

    1961 - The Genius After Hours

    1962 - Soul Meeting

    1962 - Modern Sounds in Country and Western

    1964 - Sweet & Sour Tears

    1970 - My Kind of Jazz

    1986 - The Spirit of Christmas

    1990 - Would You Believe?

    1993 - My World

    1995 - My Early Years 1930-1960

    1996 - Strong Love Affair

    1998 - Standards


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