Punische Kriege

    Aus WISSEN-digital.de

    Unter den Punischen Kriegen versteht man die militärische Auseinandersetzung zwischen Rom und Karthago um die Beherrschung des westlichen Mittelmeers:

    Erster Punischer Krieg (264 bis 241 v.Chr.)

    Hier ging es um die Oberherrschaft in Sizilien. Ausgelöst wurde der Krieg durch den Hilferuf der Mamertiner an Rom. 262 eroberten die Römer die sizilische Festung Agrigent; 260 errang die neuerbaute römische Flotte bei Mylä einen Seesieg; allerdings verloren sie die gesamte Flotte 256 bei einem missglückten Eroberungsversuch in Afrika. Ab 247 war Sizilien Schauplatz des erbitterten Kleinkriegs zwischen dem Karthager Hamilkar Barkas und Rom bis schließlich die neu erbaute römische Flotte bei den Ägatischen Inseln 241 einen Sieg errang, Frieden geschlossen wurde und Karthago auf Sizilien verzichtete (= 1. römische Provinz).

    Zweiter Punischer Krieg (218 bis 201 v.Chr.)

    Anlässlich der Einmischung Roms in die Expansionspolitik Karthagos in Spanien kam es zur Kriegserklärung Karthagos. 218 zog Hannibal durch Spanien und über die Alpen nach Italien, wo er mehrere Siege errang, einen am Tessin einen Sieg über die Römer unter P.C. Scipio und einen weiteren an der Trebia unter T.S. Longus. 217 wurde das Römerheeres unter C. Flaminius am Trasimenischen See vernichtend geschlagen ("Hannibal vor den Toren"). 216 siegte Hannibal durch überlegene Feldherrnkunst bei Cannae und schlug sein Winterquartier in Capua auf.

    Dann jedoch wendete sich das Blatt und die Römer errangen 215 einen Sieg bei Nola und 212 bei Syrakus. 207 siegten sie über das karthagische Nachschubheer unter Hasdrubal am Metaurus. 204 griff P.C.  Scipio Karthago an und im Bund mit dem Numidierkönig Massinissa errang er bei Zama 202 einen Sieg über den zurückberufenen Hannibal. 201 wurde Frieden geschlossen. Damit war Rom zwar erste Macht des westlichen Mittelmeeres, erholte sich aber nur langsam von der Verwüstung im eigenen Land.

    Dritter Punischer Krieg (148 bis 146 v.Chr.)

    Der dritte und letzte Punische Krieg war ein macht- und handelspolitischer Zerstörungskrieg der Römer. Er wurde veranlasst durch die Einbrüche des Massinissa in karthagisches Gebiet und ausgelöst durch die Gegenwehr der Karthager. Das Angebot der Übergabe Karthagos und die darauf folgenden ehrenrührigen Forderungen der Römer führten zu einem Verzweiflungskampf der Karthager gegen die Römer unter Scipio dem Jüngeren. 146 wurde Karthago völlig zerstört und das Herrschaftsgebiet der Stadt als Provinz Afrika dem Römerreich einverleibt.


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