Polen (Kunst)

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    Baukunst

    Im Mittelalter seit dem 9. Jh. nachweisbar (Rundkapellen, Krakauer Burgberg); im 12. Jh. romanische Stiftskirche von Tum; gotische Baukunst ab Mitte des 13. Jh.s durch Zisterzienser; eigenständige polnische Baukunst mit den Domen in Krakau (1320-64) und Gnesen (1324 ff.), jeweils aus Backstein erbaut. Vom 14. bis 18. Jh. entstanden in der Tatra und den Karpaten hölzerne Kirchen mit geschnitzten Ornamenten, und im nördlichen Teil Deutschordensburgen und städtische Befestigungsanlagen und Rathäuser mit Türmen (14.-15. Jh.); in Krakau wurde 1492-97 das Collegium Maius (Universität) erbaut. Seit dem 16. Jh. wirkten (von Sigismund I. berufen) italienische Renaissance-Baumeister in Polen; 1502-35 bauten Meister Francesco (? 1516) und B. Berecci das Krakauer Wawelschlob um und beeinflussten die adligen Bauherrn; Renaissancevorbilder ("polnische Attika", Dekorationssystem) wirkten bis in die bürgerliche polnische Architektur. Die barocke Baukunst stand zunächst unter römischen Einfluss (Jesuitenkirchen wie St. Peter und Paul in Krakau, 1596-1619 erbaut); im Hochbarock Einflüsse durch den Niederländer Tylman van Gameren, der auch im palladinischen Stil baute. Seit Mitte des 18. Jh. wurden Rokokokirchen gebaut; Ende des 18. Jh.s "Stanislaus-August-Klassizismus".

    Plastik

    Frühe Zeugnisse sind die Gnesener Bronzetür und Reliefsäulen von Strzelno (ca. 1170); 14. und 15. Jh. Königsgräber des Krakauer Doms (Veit Stoß schuf 1492 das Grabmal Kasimirs IV. und 1477-89 den Marienaltar für die Marienkirche von Krakau); im 17. Jh. besonders Bedeutung des Frühwerkes von A. Schlüter.

    Malerei

    In gotischer Zeit verschiedene, rivalisierende Einflüsse aus Böhmen und dem östlich-byzantinische Bereich; im 16. Jh. H. von Kulmbach, H. Dürer aus Nürnberg in Krakau, Entwicklung einer Krakauer Lokaltradition; ab Ende des 16. Jh.s Einflüsse aus italienischer Renaissance und (bis Ende des 18. Jh.s. Herausbildung des so genannten sarmatischen Stils mit orientalischen Aspekten; Übergang vom Rokoko zum Realismus des 19. Jh.s., gekennzeichnet im Werk J.P. Norblins (1745-1830); der Historienmaler J. Matejko, die Landschaftsmaler M. und A. Gierymski; Überleitung zur Moderne durch Symbolisten wie J. Malczewski und mit russischen Einflüssen zu einem spezifisch polnischen Konstruktivismus (H. Berlewi, 1894-1967; K. Kobro, 1898-1951; u.a.); nach dem Zweiten Weltkrieg experimentelle Offenheit in Malerei und Plakatkunst (z.B. T. Kantor).


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