Plakat

    Aus WISSEN-digital.de

    (lateinisch-nierderländisch)

    Anschlag an Mauern, Hauswänden, Anschlagtafeln, Litfaßsäulen u.a. zur behördlichen, politischen, kulturellen oder wirtschaftlichen Information einer möglichst großen Öffentlichkeit; in Form und Gestaltung auffällig, von weitem erkennbar und in der Aussage rasch erfassbar.


    Geschichte

    Seit Mitte des 15. Jh.s entstand das später auch illustrierte Plakat aus Anzeigen, Flugblättern und Handzetteln. In der Zeit vom 16. bis zum 18. Jh. gab es hauptsächlich das Schaustellerplakat. Erst im 19. Jh. erfolgte Produktwerbung durch das Bildplakat. Die Lithografie ermöglichte großformatige Plakate in hoher Auflage. Einen ersten Höhepunkt hatte die Plakatkunst im letzten Jahrzehnt des 19. Jh.s in Frankreich. J. Chéret gilt als Schöpfer des modernen, pointierten Bildplakats, ebenso T.A. Steinlen und H. de Toulouse-Lautrec; zu Beginn des 20. Jh.s kamen Jugendstilkünstler wie E. Grosset, A. Mucha, in Großbritannien D. Hardy, A.V. Beardsley, in München Th.Th. Heine, in Berlin P. Scheurich hinzu. Ein expressiver Ausschnitt und die dem japanischen Farbholzschnitt entlehnte Betonung von Linie und Fläche kennzeichneten jetzt das Bildplakat. Der Pariser Künstler L. Capiello entwickelte diese Reduzierung des Sujets auf wenige Bildelemente weiter. Im Ersten Weltkrieg und danach beeinflusste der Expressionismus die Plakatkunst stark, so durch M. Pechstein, César Klein, W. Jaeckel. K. Kollwitz schuf spezifische sozialpolitische Formen des Bildplakats. Kubismus (in Frankreich insbesondere durch Cassandre) und Konstruktivismus entwickelten einen klaren Aufbau mit strenger geometrischer Form- und Schriftgestaltung; hier war in Deutschland das Bauhaus wegweisend (L. Moholy-Nagy, O. Schlemmer, H. Bayer). J. Heartfield führte die Fotomontage in die politische Plakatkunst ein. Auch J. Tschichold zählte zu den ersten Künstlern des Fotoplakats (Filmplakat für den Phoebus-Palast, München). In der UdSSR entstanden nach der Oktoberrevolution zwischen 1917 und 1922 didaktisch-politische Plakate (W. Majakowski u.a.). Durch den europäischen Faschismus wurde die künstlerische Entwicklung des Plakats durch monumentale, suggestive Plakatformen unterbrochen. Nach 1945 knüpfte die Plakatkunst zunächst an die konstruktivistische Phase der 20er Jahre an (insbesondere in der Schweiz); in Polen und in der Tschechoslowakei entwickelten sich kulturelle Plakate. Das Filmplakat hatte eine spezifische Entwicklung. In den 60er Jahren wirkten amerikanische Pop- und Hippie-Poster auf die europäische Plakatkunst, wobei das Poster primär dekorativen Charakter hatte und seine Funktion als Werbeplakat zurücktrat. Weitere Plakatformen bildeten sich heraus, so das Plakat für bestimmte Verhaltensweisen (z.B. im Straßenverkehr oder im gesellschaftlichen Umgang) u.a.


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