Pittura metafisica

    Aus WISSEN-digital.de

    (italienisch "metaphysische Malerei")

    Neben dem Futurismus ist die 1911-1915 begründete „metaphysische Malerei“ von Giorgio de Chirico der bedeutendste Beitrag Italiens zur modernen Malerei. Sie entstand als Gegenposition zum Futurismus, seiner besonderen Betonung der Funktionalität der Dinge und seiner gleichzeitigen Wiedergabe zeitlich aufeinander folgender Eindrücke.

    Gemeinsam mit Carlo Carrà einigte sich de Chirico 1917 auf den Namen „Pittura metafisica“ für die neue Malrichtung. Giorgio Morandi, der kurze Zeit später zu der Gruppe stieß, ist der dritte namhafte Vertreter dieses Stils.

    Die „metaphysische Malerei“ geht von den Grundregeln der klassischen Malerei aus: Sie bedient sich der Perspektive, allerdings oft in übersteigerter, irrealer Form, und verwendet Architekturhintergründe, die von den italienischen Malern der Renaissance entlehnt scheinen. Der Malstil ist gekennzeichnet von zeichnerischer Härte und überscharfer plastischer Modellierung. Die Stimmung der Gemälde ist von Unwirklichkeit geprägt. Sie gleichen in ihrer fahlen Beleuchtung schwermütig-melancholischen Träumen. Straßen und Plätze sind meist menschenleer, die Beleuchtung mit ihren starken Schlagschatten erscheint künstlich, die Gegenstände haben ihren gewohnten Sinn verloren. Bevölkert wird die Szenerie lediglich durch Statuen, Torsi und gesichtslose Schneiderpuppen, die beziehungslos zwischen den Architekturkulissen stehen.

    Um 1920 war die Pittura metafisica an ihr Ende gelangt; ihre Absichten, das hinter der sichtbaren Welt Verborgene zu verbildlichen, wurde vom Surrealismus weitergeführt.

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