Peter Vischer der Ältere

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher Erzgießer; * um 1460 in Nürnberg, † 7. Januar 1529 in Nürnberg

    Peter Vischer war ein Mitglied der Erzgießerfamilie in Nürnberg, die von 1440 bis 1550 tätig war und die bedeutendste Gießhütte der Zeit in Deutschland inne hatten.

    Er begann als Geselle seines Vaters Hermann Vischer des Älteren, dessen Werkstatt er schließlich übernahm. 1489 wurde er selbstständiger Meister und war, abgesehen von zwei Reisen nach Heidelberg und Krakau 1506, in Nürnberg tätig. Die Gießhütte wurde unter seiner Leitung die erste Deutschlands.

    Peter Vischer der Ältere ist unter den Bildhauern eine der bedeutendsten Erscheinungen der Übergangszeit von der Spätgotik zur Renaissance (Dürerzeit). In seiner Kunst wurzelt er noch ganz in der Spätgotik, nimmt aber viele Elemente der Renaissance auf und verarbeitet sie selbstständig.

    Sein Hauptwerk ist das Sebaldusgrab in der Sebalduskirche Nürnberg: ein tabernakelartiges Gehäuse für den Schrein des heiligen Sebaldus. Der erste Entwurf von 1488 war noch ganz in gotischen Formen (Wien, Akademie); 1508 begann er die Arbeit nach dem weiten Entwurf, der sich in der Form an das gotische Baldachingrab anschließt: Acht Säulen, vor denen die zwölf Apostel stehen, tragen einen Baldachin. Der Unterbau ist mit Reliefs aus dem Leben des Heiligen, der Baldachin mit biblischen, allegorischen und mythologischen Gestalten geschmückt. Das Sebaldusgrab ist ein Gemeinschaftswerk der Werkstatt, in welchem Peter Vischer der Ältere seinen Söhnen große Selbstständigkeit ließ. Von ihm selber sind v.a. die Apostelfiguren, in welchen das gotische und das Renaissanceelement einen Ausgleich von vollendeter Schönheit finden. In der letzten Arbeitszeit, 1514 bis zur Vollendung 1519, scheint Peter Vischer der Ältere hinter dem Werk seiner Söhne, v.a. dem Peters dem Jüngeren, ganz zurückzutreten.

    Weitere Werke

    Grabmal Erzbischof Ernst von Sachsen (vollendet 1495, Magdeburg, Dom), Bronzefiguren der Könige Artus und Theoderich für das Grabmal Kaiser Maximilians (1513, Innsbruck, Hofkirche). Ferner Grabplatten und Epitaphien in Meißen, Magdeburg, Dom u.a.

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