Paulus (Apostel)

    Aus WISSEN-digital.de

    Apostel; * Anfang des 1. Jahrhunderts in Tarsus, Kilikien , † um 64 in Rom

    Heiliger; jüdisch: Saulus.

    Herkunft

    Saulus war Sohn eines vermögenden Zelttuchmachers und Pharisäers und folgte seinem Vater in Beruf und Amt. Er war römischer Bürger, wuchs aber in griechischer Umgebung auf und hatte die griechische Sprache erlernt. Seine theologische Ausbildung erhielt er in seiner Heimat und in Jerusalem, wo er Gegner der seiner Ansicht nach sektiererischen Christen, die vom jüdischen Glauben abgefallen waren, wurde und sie verfolgte (Galaterbrief 1,13).


    Das Damaskuserlebnis

    Auf dem Weg nach Damaskus, wo er gegen die dortigen Christen auftreten sollte, hatte er der Überlieferung nach eine wunderbare Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, die sein Leben veränderte und ihn zum Christentum bekehrte (Apostelgeschichte 22,5-16; 26,12-18). Im Galaterbrief (3,38) berichtet er selbst, Christus sei ihm erschienen, er sei gestürzt, erblindet und erst in Damaskus von Ananias geheilt und auf den Namen Paulus getauft worden.

    Missionsarbeit

    Paulus erkannte in göttlicher Offenbarung seine Berufung zur Heidenmission und wurde Wegbereiter der christlichen Weltkirche. Er erfasste als Erster die Bestimmung des Christentums als Weltreligion, indem er das Christentum von der jüdischen Nationalreligion löste.

    Seine erste Missionsfahrt führte ihn gemeinsam mit Barnabas nach Zypern und Kleinasien (Apostelgeschichte 13; 14). Auf dem Apostelkonzil (Apostelgeschichte 15) in Jerusalem, wohl im Jahr 48, erreichte er, dass die Heidenchristen nicht dem jüdischen Gesetz unterworfen wurden. Danach leistete er Missionsarbeit im Westen, besonders in Griechenland, Korinth, Makedonien und den hellenistischen Kerngebieten (Apostelgeschichte 15,35 -21,14). Um das Jahr 57 wurde er in Jerusalem von den Römern gefangen genommen (Apostelgeschichte 21,27-40), wohl 61 nach Rom gebracht, dort aber wieder freigelassen (Apostelgeschichte 24-28,16). Er missionierte in Rom, wo er im Jahr 62 - vermutlich eines natürlichen Todes - starb. Nach anderen Überlieferungen setzte er seine Missionsreisen im westlichen und östlichen Römerreich fort (Syrien, Griechenland, Italien, vielleicht sogar Spanien), wurde erneut gefangen gesetzt und um 67 in Rom enthauptet.

    Die Paulusbriefe

    Hauptwerk des Paulus sind seine Predigten und Sendschreiben an die von ihm neu gegründeten Gemeinden, die so genannten Paulusbriefe, die seine theologische Lehre begründen. Im Neuen Testament wird Paulus in 13 Briefen als Absender genannt, vermutlich stammen aber nur sieben von ihm selbst: der 1. Brief an die Thessalonicher, der Brief an die Galater, der 1. und der 2. Brief an die Korinther, der Brief an die Römer, der Brief an die Philipper und der Philemonbrief. Diese Briefe gelten neben der Apostelgeschichte als wichtigste Quellen für das Leben des Paulus.

    Verehrung als Heiliger

    Paulus' Reliquien befinden sich in Rom - unter anderem in der Kirche S. Paolo fuori le mura und in der Lateran-Kirche, die seine Kopfreliquie aufbewahrt -, in Tarsus, Malta, London, Münster, Frankfurt, Korvey, Saragossa, und Utrecht.

    Er ist der Patron der Theologen und Seelsorger, der Teppich-, Zelt- und anderer Weber, der Korbmacher, Seiler und Sattler sowie der katholischen Presse und wird für Regen und fruchtbare Felder, gegen Angst, Ohrenleiden, Krämpfe, Schlangenbisse, Blitz und Hagel angerufen.

    Festtage

    Hochfest: 29. Juni (gemeinsam mit Petrus). Der Überlieferung nach wurden an diesem Tag im Jahre 258 Paulus' Gebeine vom Grab an der Straße nach Ostia in die Katakombe an der Via Appia gebracht.

    Weitere Feste: 25. Januar (Pauli Bekehrung), 16. April (Überführung der Kopfreliquie in die Lateran-Kirche), 6. Juli (Ankunft Paulus' in Rom), 1. September (Wiedererlangung seiner Sehkraft nach dem Bekehrungserlebnis vor Damaskus).


    Film und Fernsehen

    Zehn aus fast 300 Fragen zu Film und Fernsehen warten auf Sie. Also: Füße hoch, Popcorn und los!
    Jetzt quizzen!


    KALENDERBLATT - 22. Mai

    1815 Der preußische König Friedrich Wilhelm III. verspricht seinem Volk eine Verfassung, um es für die Befreiungskriege gegen Napoleon zu motivieren.
    1882 Die erste Direktverbindung auf Schienen zwischen Italien und der Schweiz wird gefeiert. Die St.-Gotthard-Unterführung, ein 15 Kilometer langer Tunnel durch die Schweizer Alpen, verbindet die Städte Mailand und Luzern.
    1939 Das deutsche Reich und Italien schließen einen Freundschafts- und Bündnisvertrag, den so genannten Stahlpakt".