Paläolithikum

    Aus WISSEN-digital.de

    (Altsteinzeit; von griechisch: palaion, "alt" und griechisch-lateinisch: lithicum, "Steinzeit")

    Die Altsteinzeit wurde nach den in dieser Zeit hauptsächlich bearbeiteten und benutzten Steingeräten benannt.


    Das Paläolithikum ist die früheste und längste Epoche (Beginn vor ein bis zwei Millionen Jahren - Ende ca. 10 000 v.Chr.) der Steinzeit. Es fällt mit der Eiszeit und den Zwischeneiszeiten (Warmzeiten) zusammen und hebt sich deutlich ab von den nacheiszeitlichen Epochen, dem Mesolithikum (Mittlere Steinzeit; etwa 9. bis 5. Jahrtausend v.Chr.) und dem Neolithikum (Jungsteinzeit; in Europa zwischen dem 5. und dem 2. Jahrtausend v.Chr.).

    Im Paläolithikum entwickelte sich der aus menschlichen Vorformen entstammende Mensch vom Urmenschen bis zum Jetztmenschen, dem Homo sapiens (ungewiss ist, ob Werkzeug benutzende Menschen schon im Tertiär gelebt haben).

    Zu Beginn der Eiszeit und des Paläolithikums ging der Mensch aufrecht, wodurch seine Hände zum Schaffen frei geworden waren und das Gehirn sich fortentwickeln konnte. Er trat als intelligentes Wesen mit Ichbewusstsein auf und bewältigte mit Werkzeugen das Leben in meist harter Umwelt. Die geistige Welt des Eiszeitmenschen wurde erschlossen aus der vom groben Schlaggerät sich entwickelnden, sich verfeinernden, technisch und formal ausreichenden Werkzeugherstellung (Faustkeile, Klingen), aus der Beschaffung der Werkzeugstoffe (Feuerstein, Obsidian, Quarz, Quarzit, Basalt) oft von entlegenen Fundstellen, aus der Nutzung des Feuers, aus entwickelten Jagdmethoden, aus Bestattungsformen (Schädelkult, Grabbeigaben), Belegen des Schmuckbedürfnisses (Körperfärbung) und, in der letzten Eiszeit, ersten Kunstschöpfungen (Altamira, Lascaux).

    Der früheste Mensch bevorzugte See-, Teich- und Flussufer als Wohnplätze, hauste in Gruben, in Höhleneingängen oder unter Felsvorsprüngen (Abris). Er war Jäger auf Groß- und Kleinwild, Vögel und Fische und Sammler (Wildfrüchte, Vogeleier, Esswurzeln, Pflanzentriebe u.a.).

    Urmenschen

    Urmenschen (Archanthropinen) datiert man um 600 000 bis um 100 000.

    Früheste bekannt gewordene Menschen sind:

    In Ostasien

    Der Pekingmensch (nach dem Fundort bei Peking, auch Chinamensch = Sinanthropus genannt), Reste von 40 Menschen aus der Zeit um 500 000 mit zahlreichen groben Steingeräten aus Quarz und Quarzit und Feuerstellen.

    Ihm verwandt der Javamensch, um 400 000 (erster fossiler Rest am ostjavischen Fluss Solo, daher auch Solomensch genannt), mehrere Fundorte, Geräteherstellung ist anzunehmen, doch bisher keine Funde.

    Beide Urmenschentypen haben einen länglichen Schädel, mächtige Augenwülste, dicke Schädelknochen und vorstehende Kiefer.

    In Europa

    Der Heidelberger Mensch (Entdeckung 1907 beim Dorf Mauer an der Elsenz in der Nähe Heidelbergs), 500 000  bis 400 000 Jahre alt, als "erster greifbarer Europäer" bezeichnet, doch bisher keine Spuren seiner Tätigkeit.

    Die folgenden Jahrhunderttausende sind menschengeschichtlich noch kaum erschlossen. Der Urmensch durchlebte bis in die letzte Zwischeneiszeit (um 100 000) unter anderem folgende paläolithische Kulturstufen, die teils nacheinander, teils miteinander oder vermischt bestanden, teils auch in das Mesolithikum und Neolithikum übergriffen: Abbevillien, Acheuléen, Micoquien, Clactonien, Lavalloisien mit Sonderformen im außereuropäischen Bereich.

    Altmenschen

    Altmenschen (Paläoanthropinen) datiert man um 100 000 bis um 40 000: Epoche der Neandertalervorfahren (unter anderem Skelettreste von Ehringsdorf bei Weimar, Swanscombe an der Themse, Fontechevaude in Frankreich, Berg Karmel in Palästina, Tesik Tas in Usbekistan, Saccopastore in Rom, Monte Circio bei Rom). Weitere Funde gab es in den Ostalpen und den Gebirgen der Schweiz und Frankreichs. Kult des Höhlenbären (Bärenbeisetzung in Steinkisten).

    Neandertaler

    In der letzten Warmzeit und in der ersten Hälfte der letzten Eiszeit lebte in Mittel-, Süd-, Südost-, Osteuropa, im Vorderen Orient, in Afrika (Blüte der Faustkeilkultur) und in Ostasien der völlig aufrecht gehende Neandertaler (erster Fund 1856 im Abraum einer Höhle im Neandertal bei Düsseldorf, bis heute 400 Individuen entdeckt). Er war Träger der Moustérienkultur, durch niedrige Stirn, vorspringende knochige Augenwülste und Kinnlosigkeit gekennzeichnet, besaß aber das Gehirnvolumen des heutigen Menschen.

    Er lebte in der Steppe und im Wald, formte Waffen und Geräte aus Stein, Holz, Knochen, färbte sich den Körper, barg sich in Erdhöhlen, Wohngruben, unter Felsdächern, stellte den Tieren mit Schlingen, primitiven Waffen und Feuerbränden nach. In der Warmzeit jagte er Waldelefanten, Wärme liebende Nashörner, Braunbären, Riesenhirsche, Löwen und Wildkatzen, in der Kaltzeit (letzte Eiszeit) Mammute, Nashörner, Rentiere, Höhlenbären, Wildpferde, Moschusochsen und Eisfüchse.

    Er setzte seine Toten oder Schädel von Toten in Gruben oder Steinkammern bei und gab ihnen Werkzeuge und Opfergaben mit. Um 40 000 verschwand der Neandertaler ohne erkennbare Nachkommen und ohne dass man bis heute weiß, ob er mit anderen Menschenrassen Verbindung gehabt hatte.

    Jetztmenschen

    Jetztmenschen (Neanthropinen) waren die Schöpfer der jungpaläolithischen Kulturen Aurignacien, Solutréen, Magdalénien. Vorherrschen der sorgsam gearbeiteten, mit Stein geschliffenen oder gehobelten fingerlangen Steinklingen als Messer, Harpunen, Speerspitzen, Fellschaber, Kratzer, Sägen, zur Bearbeitung von Knochen-, Geweih- und Holzgeräten (Wurf- und Stoßlanzen, Speerschleudern, Schießbogen, Pfeilen). Bau von festen Häusern und Jagdlagerzelten; Nähkunst mit knöchernen Nähnadeln, Sehnen und Lederstreifen; Ausbildung der Stammeskunst (siehe Eiszeitkunst).

    Die jungpaläolithischen Menschen hoben sich deutlich vom Neandertaler ab, waren ohne Augenwülste, besaßen eine hohe Stirn, zurücktretenden Unterkiefer, vorspringendes Kinn; ihr Hirn war ebenso entwickelt wie das des modernen Menschen; sie waren umherschweifende Jäger und lebten im Verband. Zeitlich frühester Fund ist der Mensch von Steinheim, Württemberg (ohne Kulturreste); entwickelter waren die Menschen von La Chapelle-aux-Saints (Frankreich), Spy (Belgien), Banolas (Spanien).

    Der Jetztmensch ist voll ausgebildet aufzufinden vor allem in den Funden von Combe Capelle; Grimaldi (Kindergrotten), Chancelade und Cro-Magnon (alle Frankreich), Brünn und Predmost (Tschechoslowakei), Oberkassel (Bonn), in der Ofnet-Höhle (Bayern), in Palästina, China, auf Java, in Afrika, in Nordostasien und in Nordamerika.

    KALENDERBLATT - 10. Dezember

    1909 Der deutsche Physiker Karl Ferdinand Braun erhält den Nobelpreis für Physik zusammen mit dem Italiener Guglielmo Marchese Marconi. Beide Forscher haben wertvolle Erkenntnisse auf dem Gebiet der drahtlosen Telegrafie gewonnen. Der deutsche Chemiker Wilhelm Ostwald erhält den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über Katalyse, chemische Gleichgewichte und Reaktionsgeschwindigkeiten.
    1934 Von Otto Neustädter-Stürmer, Bundesminister Österreichs für soziale Verwaltung, werden die Satzungen des Gewerkschaftsbunds erlassen.
    1997 Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth muss einem Entschluss des Verwaltungsgerichts Köln zufolge von der FDP rund 10,4 Millionen DM zurückfordern. Die Partei erhielt im Jahr 1996 im Rahmen der Parteienfinanzierung 12,4 Millionen DM ausgezahlt.



    Olé, olé, olé olé!

    Sie kennen sich aus im grenzenlosen Reich von König Fußball? Na, dann schießen Sie mal los ...
    Jetzt quizzen!