Paavo Nurmi

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    finnischer Leichtathlet; * 13. Juni 1897 in Turku, † 2. Oktober 1973 in Helsinki


    Bei den Olympischen Spielen 1920, 1924 und 1928 erkämpfte er insgesamt neun Gold- und drei Silbermedaillen, wovon drei Goldmedaillen auf die Mannschaftswertung von Gelände- und Stadionläufen entfallen. Nachdem er bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris Olympiasieger über 1 500 m in 3:53,6, über 5 000 m in 13:31,2, über 3 000 m Mannschaft, im Geländelauf-Einzel und im Geländelauf-Mannschaft geworden war, wurde sein Konterfei sogar auf einer Briefmarke abgebildet. Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam erhielt er abermals drei Medaillen: Gold im 10 000-m-Lauf, Silber im Hindernisrennen und noch einmal über 5 000 Meter.

    Den Plan, seine Karriere mit einem Sieg im Marathonlauf bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles zu krönen, vereitelten die Funktionäre. Sie warfen Nurmi vor, er habe Startgelder angenommen und sei damit nicht mehr als Amateur einzustufen. Nurmi durfte in Los Angeles nicht starten.


    Im Sommer 1933 gewann er, 36-jährig, noch einmal die Finnische 1 500-m-Meisterschaft. 1952 wurde er 20 Jahre nach dem zweifelhaften Schiedsspruch von Los Angeles rehabilitiert, als er auserwählt war, bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in seiner Heimatstadt Helsinki das Olympische Feuer zu entzünden.

    Der ästhetische Laufstil Nurmis wurde zum Vorbild für die meisten seiner Nachfolger. Der 1,74 m große und nur 62 kg schwere Mann lief mit einer ganz geringen Neigung nach vorn, die Arme zur Unterstützung des Atmens weit vom Körper abgewinkelt. So zeigt ihn auch das Denkmal, das ihm seine Landsleute in Helsinki vor den Toren des Olympiastadions errichtet haben. Seinen Ruf als "großer Schweiger" durchbrach er erst 1967 anlässlich seines 70. Geburtstags, als er dem finnischen Staatspräsidenten Urho Kekkonen ein Interview für den finnischen Rundfunk gewährte.

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