Naive Malerei

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    auch: naive Kunst;

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    »Der Traum« von Henri Rousseau

    Laienkunst ohne technische Vorkenntnisse, oft autodidaktische Hobbykunst ("Sonntagsmaler"), mit individualistischen Motiven aus alltäglichem Leben, aus Wunsch- oder Traumwelt, oft naiv und idyllisch, realistisch, aber ohne anatomische Präzision (Abbild und erlebte Realität sind identisch); in heutiger naiver Malerei finden sich auch politische, gesellschaftliche, ökologische Themen.

    Geschichte

    Die Herausbildung der naiven Malerei ist bedingt durch die (seit dem 19. Jh.) allmähliche Reduzierung der Volkskunst als Folge der Massenherstellung kunsthandwerklicher Produkte. Sie wurde gefördert durch moderne Künstler und antiakademische Kunstkritik. Bereits im 18. Jh. existierte naive Malerei im Rahmen amerikanischer, puritanisch-religiöser Pionierkunst (E. Hicks), aus der sich ein der akademischen Kunst gleichwertiger Kunstsektor entwickelte (J. Pickett, J. Kane, M. Hirshfield, Grandma Moses). Die europäische naive Malerei entwickelte sich von Frankreich her (H. Rousseau, der Postbeamte L. Vivin, der Zirkusathlet C. Bomboise, die Putzfrau Séraphine, A. Bauchant; jüngere französische naive Künstler: D.P. Peyronnet, R. Rimbert, J. Eve, G.O. Brady, der junge Utrillo). In Deutschland bildete sich auf der Insel Föhr um O. Braren (geboren 1787, gestorben 1839) eine Gruppe naiver Künstler, ihnen folgten A. Trillhaase, Paps, H. Raffler. Über den internationalen Kunstmarkt gefördert, hat heute die nationale Malerei nicht selten auf die akademische Kunst eine erneuernde Wirkung.


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