Mohammed Ahmed Ben Bella

    Aus WISSEN-digital.de

    algerischer Politiker; * 25. Dezember 1918 in Marnia (heute Maghnia) bei Orân

    Der algerische Befreiungsheld Ahmed Ben Bella war im Zweiten Weltkrieg Unteroffizier der französischen Armee gewesen. Kurz nach dem Krieg schloss er sich der Geheimorganisation OS an und begann, sich für die Unabhängigkeit seiner Heimat zu engagieren. 1950 wurde er deswegen erstmals von den französischen Behörden inhaftiert. Einer zweiten Verhaftung konnte er sich 1952 durch die Flucht nach Kairo entziehen, von wo aus er weiter gegen Frankreich arbeitete. 1954 war er einer der Mitbegründer der algerischen Befreiungsorganisation FLN (Front de Libération Nationale) und führend am Aufstand gegen die französische Herrschaft beteiligt. Zwei Jahre später wurde er, als er versuchte, Waffen für die FLN zu organisieren, gefasst und in Frankreich inhaftiert.

    Als Algerien 1962 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, konnte Ben Bella in sein Heimatland zurückkehren und wurde Vorsitzender der FLN und Ministerpräsident des jungen Staates. 1963 setzte er sich als Staatspräsident an die Spitze eines Präsidialsystems. Gegen den Willen seiner einstigen Mitkämpfer betrieb Ben Bella die Sozialisierung des Landes, propagierte einen "arabischen Sozialismus" und baute ein autokratisches Regime mit der FLN als Einheitspartei auf. Auch international versuchte er eine Führungsrolle einzunehmen. 1965 kam es zum Militärputsch unter der Führung des Generalstabschefs Houari Boumedienne. Ben Bella wurde inhaftiert und später unter Hausarrest gestellt. Erst 1981 konnte er ins Exil nach Frankreich ausreisen. Dort gründete er 1984 die "Bewegung für die Demokratie in Algerien". 1990 kehrte Ben Bella nach Algerien zurück.

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