Mesolithikum

    Aus WISSEN-digital.de

    (griechisch: meson, "mittel" und lithikum, "Steinzeit")

    Das Mesolithikum ist die Mittelsteinzeit, die nach dem Ende der Vereisung auf das Paläolithikum folgte.

    Das Mesolithikum in Europa

    In Europa währte diese Periode von etwa 8000 bis Ende des 5. Jt. v.Chr.: Entscheidend war die Erwärmung zum gemäßigten Klima (um 8000 Präboreal, um 7000 Boreal, um 5000 Atlantikum: starke Erwärmung) und das dadurch ermöglichte Vordringen des Waldes in die frühere, spätaltsteinzeitliche Steppe und die eisfrei gewordenen nördlichen Gebiete. Nacheinander verbreitete sich die Bewaldung durch Birke und Kiefer, Eichenmischwald (Eiche, Erle, Hasel), Buche und Fichte.

    Parallel zur fortschreitenden Bewaldung, kam es nach dem Verschwinden eiszeitlicher Tiere (Mammut, Ren) zur Einwanderung der Tierwelt des gemischten Klimas (Ur, Hirsch, Reh, Wildschwein, Rotfuchs, Fischotter) und Änderung der Jagdtechnik (die nomadisierende Steppenjagd wurde zur Standwildjagd). Im Gegensatz zu Vorderasien gab es in Europa noch kaum Ackerbau und ganz selten Haustierhaltung.

    Das reiche Vorhandensein von Holz änderte auch das Handwerksgerät: So erfanden die Menschen des Mesolithikum das in Hirschgeweihstücke oder Holz geschäftete Steinbeil zum Baumfällen, hölzerne Behälter und Schlitten. Die zahlreichen Seen der Moränenlandschaft steigerten den Fischfang mit Reusen, bastgeflochtenen Netzen und Fischspeeren. An der Küste ernährten sich die Menschen von Fischen auch Muscheln (was aus den bis heute erhaltenen Muschelschalenhaufen geschlossen werden kann). Die aus dem Süden vordringenden neuen Volksgruppen brachten das Schlagfeuerzeug mit (Schwefelkies, Flint, Baumschwamm). Charakteristisch für das Mesolithikum sind weiterhin Schneide- und Schlagwerkzeug und Waffen mit winzigen, geformten, eingekitteten Feuersteinsplittern (Mikrolithen).

    Die Menschen bauten sich, besonders an den Seen und Flüssen, Schilf- oder Holzhütten, oder wohnten unter Schutzdächern, im Gebirge schlugen sie ihr Lager meist in Höhlen auf. Die ersten Paddel-Einbäume werden auf etwa 7000 v.Chr. datiert; um 6000 entstanden erste gebrannte Tontöpfe, später wurden sie mit Zierornamenten geschmückt (Strichelung, abstrakte Ritz- oder Schachbrettmuster). Zu gleicher Zeit entstanden in Ostspanien Felszeichnungen mit bogenbewaffneten Jägern, Frauen in schwingenden Röcken und Jagdgetier, sowie kultische Tanzmasken und Kopfaufsätze aus Hirschschädeln. Die Toten wurden in der Nähe der Siedlungen bestattet, und zwar in gestreckter Lage oder in Hockstellung mit Waffen und Gerät als Grabbeigaben und oftmals Totempfählen als Grabmal.

    Das Mesolithikum außerhalb Europas

    10 000 bis 4000 v.Chr. in Ägypten und Mesopotamien; in der gleichen Zeit in Nordafrika (Capsien: Felsmalerei, Steinmühlen, Steinmesser); in Palästina (Natoufien: Statuetten, Sicheln, Harpunen, Kultur von Jericho: Töpferei, Hausbau, bemalte Lehmböden);

    4000 bis 2000 v.Chr. im Vorderen Orient (Ghasullien- und Megiddukultur: Freskenmalerei, Kanalbau, erste Verwendung von Kupfer, erste stadtähnliche Siedlungen).

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