Mensch

    Aus WISSEN-digital.de

    (Homo sapiens)

    Allgemeines

    Trotz seiner Verwandtschaft mit den Menschenaffen nimmt der Mensch durch seine geistigen und körperlichen Merkmale eine Sonderstellung gegenüber allen anderen Lebewesen ein.


    Sein hoch entwickeltes Gehirn befähigt den Menschen, abstrakt zu denken und sich durch Sprache auszudrücken. Er ist im Gegensatz zu anderen Lebewesen dazu in der Lage, seine Umwelt aktiv zu verändern und sie nach seinen Bedürfnissen zu gestalten.

    Anatomie

    Auch die körperlichen Grundzüge des Menschen sind in der Natur einzigartig: Durch seine s-förmige Wirbelsäule kann er aufrecht gehen, ohne sich mit den Händen auf den Boden zu stützen. Dies wird ihm durch den scharnierartigen Bau seiner Knie sowie durch sein relativ breites Becken erleichtert.

    Die Hände des Menschen haben sich im Lauf der Evolution zu präzise arbeitenden Werkzeugen entwickelt, die komplexe Bewegungsabläufe erlauben.

    Im Gegensatz zu allen anderen Lebewesen fehlt den Menschen eine dichte Körperbehaarung.

    Der hochgewölbte Kopf ist mit nach vorne gerichteten Augen versehen, die ein dreidimensionales Sehen ermöglichen.

    Die Zahnreihen des Menschen sind lückenlos und verbessern neben einem hochgewölbten Gaumen das Sprechvermögen.

    Das Gehirn des heutigen Menschen umfasst in etwa 1 500 Kubikzentimeter mit rund einer Billion Zellen. Allein 100 Milliarden dieser Zellen sind Nervenzellen (Neuronen). Neugeborene kommen mit nur einem Viertel ihrer späteren Gehirnkapazität zur Welt (zum Vergleich: Schimpansen werden mit über 60 Prozent der späteren Gehirnkapazität geboren) und sind deshalb über einen langen Zeitraum auf ihre Eltern angewiesen, deren Fürsorge besonders in den ersten Lebensjahren eine enorme Bedeutung für die geistige Entwicklung der Kinder spielt.

    Entwicklungsgeschichte

    Der heutige Homo sapiens hat sich über einen langen Zeitraum sehr langsam entwickelt; Wissenschaftler sehen darin den Grund für die enorme Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Menschen.

    Aus Formen die zunächst den Menschenaffen ähnlich waren (Dryopithecus; Aegyptopithecus) entwickelte sich über mehrere Stufen vor etwa 2,5 Millionen Jahren der Homo habilis, der bereits in der Lage war, Steinwerkzeuge herzustellen. Den ersten aufrecht gehenden Menschen, den so genannten Homo erectus, kann man vor etwa 1,5 Millionen Jahren nachweisen. Er breitete sich neben Afrika auch über Asien und Europa aus, war in der Lage Feuer zu machen und zu jagen. Aus ihm ging über weitere Entwicklungsstufen der Homo sapiens in seiner heutigen Form hervor.

    Der Neandertaler (Homo (sapiens) neanderthalensis) ist kein direkter Vorfahre des Menschen, sondern eine an die Eiszeit besonders gut angepasste Form des frühen Homo sapiens.

    Trotz seines hoch entwickelten Gehirns ähnelt der Homo sapiens bis heute, besonders in seinem Sozialverhalten, seinen nächsten Verwandten, den Menschenaffen.

    Allgemeine Definitionen

    Besonders die Philosophie beschäftigt sich mit der Frage nach dem Wesen des Menschen und findet immer neue Erkenntnisse, die sich teilweise stark widersprechen. Selbstbewertungen variieren von der Auffassung des Menschen als nur graduell höher entwickeltes Tier, bis hin zu der Auffassung des Menschen als Krone der Schöpfung, die den Endzweck der Geschichte erfüllt.

    Die Frage nach der Stellung, die der Mensch im Tierreich einnehmen könnte ist und bleibt schwierig. Das, was ihn jedoch von allen anderen Lebewesen unterscheidet, ist seine Fähigkeit, die Umwelt nach seinen Bedürfnissen zu gestalten. Schon sehr lange spielen Kultur, Politik und Religion eine bedeutende Rolle für die Entwicklung des Menschen.

    Systematik

    Einzige lebende Art aus der Gattung der Menschen (Homo) in der Unterfamilie der Menschen im engeren Sinne (Euhomininae), die zur Familie der Hominiden (Hominidae) zählt und damit zur Überfamilie der Menschenartigen (Hominoidea) gehört.


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