Malerei

    Aus WISSEN-digital.de

    Gattung der bildenden Kunst. Kunst der Flächengestaltung, anders als die dreidimensional wirksame Bildhauerkunst und Architektur. Im Gegensatz zur Grafik von der Farbe bestimmt.

    Einteilung

    Je nach Art des Bildträgers unterscheidet man unter anderem Wandmalerei, Tafelmalerei, Leinwandmalerei, Buchmalerei. Auch Stein oder Metall kann als Untergrund dienen.

    Nach den jeweils verwendeten Bindemitteln, die erst die Verwendung der Farbpigmente als Malmittel ermöglichen, kann eine weitere Unterteilung der Malerei vorgenommen werden. Leicht, lichtdurchlässig wirkt die auf Wasserfarben basierende Aquarellmalerei, die bei größerer Beimengung von Bindemitteln (klebende Lösungen, Emulsionen, Harze und Öle) durch dichtere Deckfarben zur Gouachemalerei wird. Seit der Antike existiert die Tempera-Malerei (mit bindender Emulsion wie Ei, Leim, Kasein u.a.). Als Erfinder der Ölmalerei gelten traditionsgemäß die Brüder Hubert und Jan van Eyck (Niederlande, um 1430).


    Man unterscheidet in der Malerei verschiedene Gattungen, z.B. Landschaftsmalerei, Porträt, Genre, Stillleben, Historienmalerei, die alle eine eigene Entwicklungsgeschichte haben.

    Unter den Begriff Malerei fallen auch Porzellanmalerei, Fassmalerei (Bemalen von Skulptur), Glasmalerei, Mosaik.

    Geschichte

    Die älteste Form erhaltener Malerei ist die Wandmalerei: Die früheste steinzeitliche Höhlenmalerei ist ca. 30 000 Jahre alt. Aus Ägypten sind Ausmalungen der Pharaonengräber erhalten. Auch Griechen und Römer schmückten ihre Häuser mit Wandgemälden (Pompeji).

    Die Tafelmalerei lässt sich bis zu den ägyptischen und antiken Mumienporträts zurückverfolgen (in Wachsmalerei ausgeführt, siehe Enkaustik); sie wurde weiter entwickelt in der byzantinischen Ikonenmalerei.

    Frühe Zeugnisse christlicher Malerei sind in den römischen Katakomben seit dem 4. Jh. n.Chr. überliefert. Im frühen Mittelalter wurde die Buchmalerei zur führenden Malweise; seit dem 12. Jh. entstand das Altarbild als dominierende Form der Tafelmalerei, überwiegend auf Holztafeln und in Tempera mit Goldgrund gemalt. Der goldene Hintergrund diente der Verdeutlichung geistiger Beziehungen zwischen Diesseits und Jenseits in der mittelalterlichen Weltanschauung.

    In der Renaissance kam die Malerei auf Leinwänden auf, die auf Keilrahmen gespannt waren (A. Mantegna). Jetzt wurde die Malerei auch im nichtkultischen Bereich verbreitet, der Goldgrund wurde verdrängt. Zunehmend werden einzelne Künstlerpersönlichkeiten fassbar. Giotto malte als Erster – abweichend von der flächigen Bildauffassung des Mittelalters – plastische Gestalten in einem dreidimensional aufgefassten Raum. Die Entwicklung der Zentralperspektive in der italienischen Wandmalerei ab 1420 (Alberti, Masaccio) revolutionierte die gesamte Malerei.

    Weltliche Auftraggeber und Mäzene sorgten zunehmend für nicht religiöse Themen in der Malerei. Landschafts-, Stillleben- und Genremalerei erlebten einen Höhepunkt. Die Barockmalerei des 17. Jh.s brachte von den Niederlanden ausgehend (Rembrandt) eine vollständige Ablösung der Tempera- durch die Ölmalerei.

    Das 19. Jh. erlebte mit der Schule von Barbizon eine Hinwendung zum Realismus und zur Freilichtmalerei. Den Weg für den Impressionismus bereitete E. Manet seit ca. 1860 in Frankreich. Ausgehend von nachimpressionistischen Künstlern wie van Gogh, Gauguin und Toulouse-Lautrec entwickelte sich in der Malerei des 20. Jh.s zunehmend eine eigenständige Bedeutung von Farbe, Linie und Fläche. Zahlreiche Stilrichtungen und Strömungen entstanden (Fauvismus, Expressionismus, Kubismus, Surrealismus). Eine große Bedeutung bekam die abstrakte Malerei; erste nichtgegenständliche Bilder malten W. Kandinsky (1910) und K. Malewitsch. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der abstrakte Expressionismus von Bedeutung; Kunstwerke entstanden nach dem Zufallsprinzip (J. Pollock, W. De Kooning). Weitere Strömungen der abstrakten Malerei wie Op-Art (Vasarely) und Pop-Art (R. Lichtenstein, A. Warhol) bildeten sich in den 1960er Jahren heraus.

    KALENDERBLATT - 28. Juni

    1902 Der so genannte Dreibund, ein Geheimabkommen zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien, wird um fünf weitere Jahre verlängert. Das Abkommen hat im Kriegsfall entweder Bündnispflicht oder wohlwollende Neutralität zur Folge.
    1914 Der Erzherzog Franz Ferdinand, der Nachfolger des österreichischen Kaisers Franz Joseph und Oberbefehlshaber der Armee, wird vom serbischen Geheimbund "Die schwarze Hand" getötet. Dieses Ereignis wird zum Auslöser des Ersten Weltkrieges.
    1919 Die deutsche Delegation unterzeichnet den Versailler Vertrag. Da dieser Deutschland zum alleinverantwortlichen Schuldigen des Ersten Weltkrieges macht und Deutschland sehr harte Friedensbedingungen abverlangt, wird der Vertrag zum Bumerang für die Sieger: Der Vertrag ist mitverantwortlich für die Entwicklungen, die zum Zweiten Weltkrieg führen.



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