Malawi

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    Geografie

    Die Republik Malawi liegt als Binnenstaat in Südostafrika. Die Staatsfläche entspricht mit einer Größe von 118 480 km² (davon ist ein Viertel Wasserfläche) etwa einem Drittel der Fläche Deutschlands. Malawi grenzt im Norden und Nordosten an Tansania, im Osten, Süden und Südwesten an Mosambik und im Westen an Sambia. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 850 km bei einer maximalen Breite von 160 km. Der Malawisee (auch Njassasee) nimmt rund ein Fünftel der Staatsfläche ein (Anteil Malawi etwa 24 000 km²) und bildet im Norden die Grenze zu Tansania, im Osten hat das benachbarte Mosambik ebenfalls Anteil am See.

    Malawi liegt fast vollständig im Njassagraben, der das Land von Nord nach Süd durchzieht und den südlichen Teil des Ostafrikanischen Grabensystems darstellt. In dem Graben ist der Malawisee eingebettet, der mit einer Gesamtfläche von knapp 30 000 km² der drittgrößte See Afrikas ist. Der Fluss Shire bildet den Hauptabfluss im Süden und mündet in Mosambik in den Sambesi. Westlich und östlich des Njassagrabens liegen auf einer Höhe von durchschnittlich 900 bis 1 200 m Hochebenen, die von einzelnen Gebirgszügen überragt werden. Im Norden erreicht das Nyikaplateau Höhen bis ca. 2 600 m, südlich des Malawisees liegt das Shirehochland (bis 2 700 m). Die höchste Erhebung des Landes (Sapitwa) liegt mit rund 3 000 m südlich des Chilwasees in den Mulanje Mountains.

    Die Hauptstadt Lilongwe liegt im Westen Malawis auf einer Höhe von 1 067 m.

    Klima

    Das Klima in Malawi ist tropisch und weist durch die Nord-Süd-Ausdehnung und die unterschiedlichen Höhenlagen regionale Unterschiede auf. Im Norden liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei ca. 1500 mm jährlich, die Regenfälle erstrecken sich über acht bis neun Monate. Im Süden Malawis ist die Regenzeit kürzer (fünf bis sechs Monate) und die Niederschlagsmengen sind geringer (1 000 mm). Die Temperaturen weisen das ganze Jahr über nur geringe Schwankungen auf und sind abhängig von der jeweiligen Höhenlage. Im Hochland liegen die durchschnittlichen Werte bei 18 bis 22 °C, im Grabenbereich bei ca. 25 °C. Die regenreichen Monate sind gleichzeitig die wärmsten.

    Flora und Fauna

    Ein Großteil der Vegetation Malawis besteht aus lichtem Trockenwald. Im Norden überwiegen grasbewachsene Savannenlandschaft mit Baumbestand (z.B. Kandelabereuphorbien, Akazien), im Süden wachsen Affenbrotbäume und Delebpalmen. Im Hochland wachsen zusätzlich Nadelbäume. Nur in unzugänglichen Teilen der Gebirge gibt es noch geschlossene Waldgebiete.

    In Malawi leben viele für Afrika typische Tierarten wie z.B. Elefanten, Nashörner, Giraffen, Zebras, mehrere Affen- und Antilopenarten und Großkatzen wie Geparden und Leoparden. Ein Großteil der Tierbestände kommt allerdings nur noch in eigens eingerichteten Schutzgebieten vor (insgesamt stehen rund 11 % der Landesfläche unter Naturschutz). Die größten Reservate sind der Nyuka- und der Kasungu-Nationalpark. Der Malawisee-Nationalpark am südlichen Ende des Malawisees wurde zum Weltnaturerbe erklärt.

    Bevölkerung

    Rund 12,16 Millionen Menschen leben in Malawi, mit durchschnittlich 103 Einwohnern pro Quadratkilometer ist das Land im afrikanischen Vergleich dicht besiedelt. Nur etwa 15 % der Menschen leben in Städten, die mit Abstand größten sind die Hauptstadt Lilongwe mit rund 598 000 Einwohnern und Blantyre im Süden des Landes mit rund 646 000.

    Die größte Bevölkerungsgruppe sind die Marawi (Chichewa und Nyaja) mit knapp 60 % Anteil an der Gesamtbevölkerung, dann folgen Lomwe (18 %), Yao (13 %) und Ngoni (6 %). Amtssprache ist Englisch und die Bantusprache Chichewa, weitere Bantusprachen werden verwendet.

    Malawi gehört gemessen am Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung (160 US-Dollar) zu den ärmsten Ländern weltweit. Sozial- und Gesundheitswesen sind vor allem im ländlichen Bereich vollkommen unzureichend; geschätzte 15 % der Bevölkerung sind mit der Immunschwächekrankheit Aids infiziert, die Kindersterblichkeitsrate beträgt hohe 10 %. Trotzdem wächst die Bevölkerung jedes Jahr um rund 2 %. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 41 Jahren, fast die Hälfte der Malawier ist jünger als 15 Jahre. 63 % der Bevölkerung Malawis können lesen und schreiben.

    Politisches System

    Gemäß der Verfassung, die im Mai 1994 in Kraft trat, ist Malawi eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident (seit 2004 Bingu wa Mutharika), der vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wird. Der Staatspräsident ist gleichzeitig Chef des 46-köpfigen Kabinetts und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

    Das Parlament besteht aus einer Kammer, der Nationalversammlung mit insgesamt 193 Sitzen. Die Abgeordneten werden vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Wichtige Parteien sind die "United Democratic Front" (UDF) und die "Malawi Congress Party" (MCP).

    Malawi ist in drei Regionen und 28 Distrikte gegliedert. Die Rechtsprechung orientiert sich am britischen Recht und am traditionellen Stammesrecht.

    Wirtschaft

    Malawi gehört zu den ärmsten und unterentwickeltsten Ländern der Welt und ist in hohem Maße von ausländischer Entwicklungshilfe abhängig. Dem entsprechend beträgt die Verschuldung des Staates inzwischen 3,2 Milliarden US-Dollar. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

    Zentraler Wirtschaftsbereich ist der Agrarsektor; gut ein Drittel der Landesfläche ist für die landwirtschaftliche Nutzung geeignet, und etwa 82 % der Bevölkerung sind hier beschäftigt. Angebaut werden zur Deckung des Eigenbedarfs vor allem Mais, Maniok, Hirse und Hülsenfrüchte. Auf groß angelegten Plantagen werden Tabak, Tee, Zuckerrohr, Baumwolle und Kaffee für den Export kultiviert. Meist befinden sich diese größeren Betriebe in ausländischer Hand oder ihre Besitzer gehören der führenden Elite des Landes an. Trotz der reichen Fischbestände in den Gewässern Malawis wird der Fischfang fast nur zur Selbstversorgung betrieben.

    Die Industrie ist nur mäßig entwickelt und konzentriert sich auf die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte; sie erbringt rund 20 % des Bruttoinlandsproduktes. Der Energiebedarf des Landes wird fast ausschließlich durch Wasserkraftwerke gedeckt (vor allem am Shire-Fluss). Malawi ist arm an Bodenschätzen, für die heimische Zementherstellung werden Kalkstein und Tonerde abgebaut.

    Beim Export sind die wichtigsten Handelspartner Südafrika, Großbritannien, Deutschland und die USA. Bei der Einfuhr von Waren (Nahrungsmittel, Maschinen, Fahrzeuge, Fertigwaren) sind es Südafrika, Indien und Tansania.

    Befestigte Straßen (rund 2 300 km) finden sich fast ausschließlich zwischen den Städten des Landes, insgesamt stehen rund 28 500 km Straße zur Verfügung. Die rund 800 km umfassende Eisenbahnstrecke bindet das Land an die Häfen Beira und Nacala in Mosambik an. In Lilongwe und Blantyre gibt es internationale Flughäfen.

    Währung ist der Malawi-Kwacha (= 100 Tambala).

    Republik Malawi

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    Republic of Malawi, Dziko la Malaŵi
    Amtssprache Englisch, Chichewa
    Hauptstadt Lilongwe
    Staatsform Präsidiale Republik
    Fläche 118.480 km²
    Einwohner 13.600.000
    Währung Malawi-Kwacha
    Zeitzone UTC +2
    KFZ-Kennzeichen MW
    Internet-TLD .mw
    Telefonvorwahl 00265

    Kalenderblatt - 17. Juli

    1789 Der französische König Ludwig XVI. wird aus Versailles ins revolutionäre Paris gebracht.
    1917 Der englische König Georg V. benennt im Ersten Weltkrieg seine Dynastie um. Um ein Zeichen gegen den Kriegsgegner Deutschland zu setzen, heißt sein Haus von diesem Tag an Windsor und nicht mehr Sachsen-Coburg-Gotha.
    1945 Die Potsdamer Konferenz, an der die Regierungschefs von Großbritannien (Churchill), der USA (Truman) und der UdSSR (Stalin) teilnehmen, wird eröffnet.