Märchen

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    Gebrüder Grimm
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    Scheherazade

    Ein Märchen ist eine fantastische, relativ kurze Prosaerzählung, in der die Grenzen zwischen Wirklichem und Wunderbarem aufgehoben sind. Das Märchen gehört zu den epischen Gattungen. Der Begriff geht auf das mittelhochdeutsche Wort "maere" zurück, das eigentlich nur Botschaft, Nachricht oder Erzählung bedeutete. Im 18. Jh. erfuhr der Begriff dann eine Bedeutungsverengung und wird seitdem in seinem heutigen Sinn verwendet.

    Man unterscheidet zwischen Volksmärchen und Kunstmärchen:

    Volksmärchen sind die Schöpfung unbekannter Dichter. Sie wurden ursprünglich mündlich tradiert und erst später gesammelt. Eine bedeutende Tradition haben die orientalischen Volksmärchen, wie sie in "Tausend-und-eine-Nacht" gesammelt sind, sowie die deutschen "Kinder- und Hausmärchen", die die Gebrüder Grimm ab 1812 zusammenstellten. Bekannte Volksmärchen sind z.B. "Aschenputtel", "Der Froschkönig" oder "Dornröschen".

    Kunstmärchen knüpfen an die Volksmärchen an, Gestalt und Inhalt sind aber durch die Individualität des Verfassers und den Geist seiner Zeit geprägt. Kunstmärchen wurden vor allem in der Zeit der Weimarer Klassik und der Romantik in Deutschland verfasst. Goethe schuf mit seinem "Märchen" in den "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter" einen der wichtigsten Texte der Gattung. Kunstmärchen stammen von Ludwig Tieck, Clemens Brentano, E.T.A. Hoffmann und Wilhelm Hauff. Bedeutende Kunstmärchen schuf auch der dänische Autor Hans Christian Andersen.

    Kennzeichen des Märchens ist z.B. die Selbstverständlichkeit des Wunderbaren, das nicht hinterfragt wird und normaler Bestandteil der dargestellten Welt ist. Die Märchenfiguren sind normalerweise typenhaft gezeichnet und besitzen keine psychologische Tiefendimension. Der Darstellungsstil ist formelhaft und schematisch. Dargestellt werden vor allem äußere Handlungen und Ereignisse, nur sehr selten das Innenleben einer Figur.

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