Literaturwissenschaft

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    wissenschaftliche Disziplin, die die geschichtliche Entwicklung der fiktionalen Literatur erforscht und interpretiert. Die Literaturwissenschaft untergliedert sich in viele Teilbereiche, die sich jeweils mit der Literatur einer Sprachgruppe beschäftigt: z.B. deutsche Literaturwissenschaft, englische Literaturwissenschaft usw. Normalerweise arbeiten die Literaturwissenschaften eng mit den Sprachwissenschaften zusammen. Es werden an den Universitäten die Literatur- und die Sprachwissenschaft eines Sprachraumes als Teildisziplinen einer Philologie zusammengefasst. So bilden etwa die deutsche Sprachwissenschaft und die deutsche Literaturwissenschaft die wissenschaftliche Disziplin der Germanistik, die Philologie des englischen Sprachraumes heißt Anglistik.

    Das Aufgabengebiet der Literaturwissenschaft umfasst unter anderem die Literaturgeschichte, die Gattungstheorie und -geschichte, die Textanalyse und die Untersuchung der Einbindung der Literatur in denkgeschichtliche und historische Kontexte. Dabei ist eine wissenschaftliche Reflexion der Vorgehensweise und der Verfahren der Textanalyse von großer Bedeutung.

    Geschichte

    In der Antike hatte die wissenschaftliche Beschäftigung mit Literatur einen hohen Stellenwert. Ein grundlegendes Werk über das antike Drama und das Epos schuf Aristoteles mit seiner "Poetik". In den geistigen Zentren der antiken Welt (Athen, Alexandria, Rom) entstand ein umfangreiches literaturtheoretisches Schrifttum. Vor allem Fragen der Grammatik, der Rhetorik und der Ästhetik wurden diskutiert. Außerdem entstanden Kommentare. Die mittelalterliche Scholastik baute auf den antiken Vorgaben auf. Man beschäftigte sich ausschließlich mit der griechischen und lateinischen Sprache und Literatur. Auch bei den Gelehrten der Renaissance und des Humanismus spielten die modernen Sprachen und ihre sich herausbildende Literatur keine wesentliche Rolle. Die Gründung von so genannten Sprachgesellschaften nach italienischem Vorbild schuf im barocken Deutschland als Gegenreaktion auf die durch den Dreißigjährigen Krieg entstandene Vermischung der verschiedensten Sprachen ein zunehmendes Bewusstsein für die deutsche Sprache. Im 18. Jh. setzte sich endgültig die Beschäftigung mit den modernen Sprachen als legitimes Forschungsgebiet der Wissenschaften durch. Im 19. Jh. bildeten sich dann die nationalsprachigen Philologien als eigene Fächer an den Universitäten aus. Die Literaturwissenschaften des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jh. wurden von zwei großen Forschungsrichtungen bestimmt: dem Positivismus und der vor allem von Dilthey geprägten Hermeneutik. Heute gibt es viele verschiedene methodologische Richtungen in der Literaturwissenschaft (siehe hierzu Germanistik).

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