Lion Feuchtwanger

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    deutscher Schriftsteller; * 7. Juli 1884 in München, † 21. Dezember 1958 in Los Angeles; Pseudonym: J. L. Wetcheek;

    Kurzbiografie

    Feuchtwanger, der aus einer orthodoxen jüdischen Münchner Familie stammte, studierte germanische Philologie, Philosophie und Anthropologie und promovierte in München 1907 über Heinrich Heines Fragment "Der Rabbi von Bacharach". Über die Theaterkritik (Mitarbeit an Siegfried Jacobsohns Schaubühne, 1908 bis 1916) und über teils bearbeitende, teils eigenständige dramatische Produktion (1923, Mitarbeit an Bert Brechts "Leben Eduards des Zweiten von England") fand Feuchtwanger, der 1925 nach Berlin übersiedelte, zu seiner eigentlichen Begabung: dem Roman und der Erzählung. Die leidenschaftliche Ablehnung des Nationalsozialismus, bezeugt unter anderem in dem satirischen Zeitroman "Erfolg" (1930), zwang Feuchtwanger 1933, ins Exil zu gehen (Mai 1933 bis 1940 in Sanary/Var an der französischen Riviera, 1940 bis 1958 in den USA, seit Februar 1941 in Los Angeles).

    Literarische Bedeutung

    Der ebenso gelehrte wie sprachlich hochbegabte Feuchtwanger erlangte als Meister des anspruchsvollen historischen Romans weltweite, auch in der Höhe der Auflagen sichtbare Anerkennung. Genaue und umfassende Kenntnis der geschichtlichen Stoffe, die mit Vorliebe der altjüdischen Geschichte und dem Problemkreis "jüdische Existenz in nichtjüdischer Welt" entnommen sind, die virtuose, an Heinrich Mann und Alfred Döblin geschulte Fähigkeit, Einzelschicksale und eine komplexe historische Szenerie zu einem Schauspiel von gegenwärtigem menschlichen Interesse zu verdichten, verbanden sich bei ihm mit einer fortschritts- und vernunftgläubigen Haltung. Diese im Kern aufklärerische geschichtsphilosophische Position dürfte einer der Gründe sein, weshalb sein Werk sich vor allem in den angelsächsischen Ländern (trotz antiamerikanischer Tendenzen in früheren Arbeiten), aber auch in den kommunistischen Ostblockstaaten (1953 Nationalpreis 1. Klasse) hoher Wertschätzung erfreute.

    Werke: Zu Feuchtwangers populärsten Werken zählen die Roman-Trilogie "Josephos", der Roman "Jud Süß", die historische Biografie "Goya" und "Die Geschwister Oppermann" u.a.

    KALENDERBLATT - 20. Juli

    1932 Reichskanzler Papen setzt die Regierung in Preußen ab, der letzten sozialdemokratischen Bastion in der Weimarer Republik.
    1944 Das Attentat auf Adolf Hitler (so genannter Zwanzigster Juli) schlägt fehl. Einer der Anführer des Putschversuchs, den nur wenige der Verschwörer überleben sollen, ist Graf von Stauffenberg.
    1954 Nach dem Fall des französischen Stützpunkts Dien Bien Phu gibt man in Frankreich den Krieg in Indochina für verloren und einigt sich mit den Viet-Minh auf einen Waffenstillstand.



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