Leo Fall

    Aus WISSEN-digital.de

    österreichischer Komponist; * 2. Februar 1873 in Olmütz, † 16. September 1925 in Wien

    Der Vater Leo Falls, Moritz Fall, war Militärmusiker in Olmütz. 1882 wurde der Vater zum Militärkapellmeister befördert und nach Lemberg in Galizien (heute: Lwow, Ukraine) versetzt. Schon als Fünfjähriger erhielt Leo Fall vom Vater Musikunterricht. Mit vierzehn Jahren kam er auf das Wiener Konservatorium und wurde Schüler der Gebrüder Johann Nepomuk und Robert Fuchs (1842-1899, 1847-1927). Er verließ das Konservatorium vorzeitig und trat als Geiger in die Wiener Militärkapelle ein, die vom Vater des Operettenkomponisten F. Lehár geleitet wurde.

    1894 gelang es ihm, im Central-Theater als Dritter Kapellmeister unterzukommen. Ein Jahr darauf wurde er am Belle-Alliance-Theater Zweiter und 1896 am Hamburger Centralhallen-Theater Erster Kapellmeister. Beginnend mit "Lustige Blätter" (1896), komponierte er zu mehreren Lokalpossen seine ersten Bühnenmusiken.

    1898 kehrte er von Hamburg nach Berlin zurück. Er dirigierte erst am Central-Theater, dann am Metropol-Theater, wo er sich an der Revue "Eine feine Nummer" (1901) des Komponisten Victor Hollaender (1866-1940) mit Kompositionen beteiligen durfte. In den folgenden Jahren war er als Kabarett-Kapellmeister, Chansonkomponist und Schöpfer von recht erfolglosen Opern tätig. 1904 heiratete er eine Tochter des Leipziger Musiktheoretikers Salomon Judassohn (1831-1902). Seine im folgenden Jahr uraufgeführte erste Operette "Der Rebell" fand so wenig Anklang, dass Fall sie nach einigen Aufführungen zurückzog. Erst mit dem "Fidelen Bauern" (1907) gelang es ihm, einen Sensationserfolg zu erzielen.

    In der Folgezeit schuf er eine Reihe von Bühnenwerken, die seinen Ruf als gediegenen, feinnervigen Musiker festigten. Nach den Operetten "Die Dollarprinzessin" (1907) und "Die geschiedene Frau" (1908) ernannte das Theater an der Wien ihn, der sich in Wien angesiedelt hatte, zu seinem Ehrenmitglied. "Das Puppenmädel", "Die schöne Risette" (beide 1910) und "Die Sirene" (1911) fanden nicht mehr das Echo seiner früheren Werke; Erfolg war ihm erst wieder dem "Lieben Augustin" (1912) beschieden. Da er in Berlin Darsteller wie Fritzi Massary (geboren 1882) fand, die für seine Werke prädestiniert schienen, ließ er diese mit wenigen Ausnahmen wie "Die Rose von Stambul" (1916) in Berlin uraufführen: "Die Kaiserin" (1915), "Die spanische Nachtigall" (1920), "Die Straßensängerin" (1921). Sie alle wurden von "Madame Pompadour" (1922) übertroffen.

    1925 erkrankte Leo Fall schwer. Ein unheilbares Krebsleiden setzte seinem Leben ein Ende.

    Sehr viele seiner Melodien wurden zu Schlagern, und seine Beliebtheit hielt lange Zeit an. Leo Fall zählt zu den wichtigsten Vertretern der Wiener Operette.

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