Kurden

    Aus WISSEN-digital.de

    iranisches Volk ohne eigenen Staat, aber mit eigener Sprache und Kultur.

    Seit der Antike sind die mit den Medern verwandten Kurden bekannt. Insgesamt leben - je nach Schätzung - zwischen 15 und 25 Millionen Kurden in der Türkei, im Iran, im Irak, in Syrien, in Armenien und Aserbaidschan als Ackerbauern und Halbnomaden. Sie bilden aber in allen sechs Staaten eine ethnische Minderheit, deren Bestrebungen nach Autonomie überall zu Verfolgungen geführt hat. Die Kurden sind zum größten Teil islamische Sunniten.

    Im Iran entstand 1945 bis 1946 die "Kurdische Republik Mahabad", die nach schweren Kämpfen wieder aufgelöst wurde.

    Der Irak erlebte von 1961 bis 1970 blutige Auseinandersetzungen um kurdische Autonomiebestrebungen, die teilweise auf die Nachbarländer Türkei, Iran und Syrien übergriffen. Während des Golfkriegs kam es 1991 im Irak zu einer Massenflucht der Kurden vor den Repressalien Saddam Husseins. In der daraufhin von der UNO eingerichteten Schutzzone im Nordirak erlangte die kurdische Bevölkerung seitdem eine Teilautonomie.

    Die Türkei räumt den Kurden seit 1991 eine Reihe besonderer Rechte ein, so den Gebrauch ihrer eigenen Sprache, befindet sich aber im Kampf mit der militanten kurdischen Unabhängigkeitsbewegung PKK, die für einen unabhängigen kurdischen Staat im Südosten der Türkei eintritt. Als Folge dieser seit 1993 verschärften Kämpfe erlebte Europa eine anhaltende Migration türkischer Kurden. In Deutschland ist die PKK seit 1993 verboten. Anfang 2000 kündigte die PKK, einem Aufruf ihres 1999 verhafteten Führers Öcalan folgend, die Auflösung ihrer Kampfverbände und ihre Umwandlung in eine politische Partei an. Viereinhalb Jahre später hob sie den Waffenstillstand wieder auf.

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