Kongo (ehem. Kongo-Brazzaville) (Republik)

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

    Die Republik Kongo liegt im westlichen Äquatorialafrika und ist mit einer Fläche von 342 000 km² etwa so groß wie Deutschland. Im Norden grenzt das Land an die Zentralafrikanische Republik, im Osten und Südosten an die Demokratische Republik Kongo, im Südwesten an Angola, im Westen an Gabun und den Atlantischen Ozean und im Nordwesten an Kamerun. Seinen Namen hat das Land vom Fluss Kongo (afrikanisch: Zaire), der auf einer Länge von rund 600 km die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo bildet, nach dem Nil der zweitlängste Fluss Afrikas.

    Der Küstenstreifen am Atlantik ist zwischen 10 und 55 km breit, in Richtung Osten steigt das Land an zur Neuguineaschwelle, die durchschnittlich 500 bis 800 m hoch ist. Hier liegt in den Mayombebergen die höchste Erhebung des Landes (1 040 m). In Richtung Nordosten fällt das Land ab zum Kongobecken, dessen westlicher Teil auf dem Gebiet der Republik Kongo auf einer Höhe von durchschnittlich 350 m über dem Meeresspiegel liegt.

    Die Hauptstadt Brazzaville liegt im Südwesten des Landes am Ufer des Kongo.

    Klima

    Das Klima in der Republik Kongo ist tropisch mit gleichbleibend hohen Temperaturen das ganze Jahr über. In Brazzaville werden sowohl im Januar als auch im Juli Durchschnittswerte von 25 °C gemessen. Im Süden des Landes sind die Temperaturschwankungen geringfügig höher (zwischen 22 °C und 27 °C). Im Norden des Landes und in dem Bereich um den Äquator gibt es zwei Regenzeiten (Januar bis Mai, Oktober bis Dezember), durchschnittlich werden 1 600 bis 1 900 mm Niederschläge gemessen. Im Süden sind die Regenzeiten kürzer, die Niederschlagsmenge beträgt 1 300 bis 1 500 mm.

    Flora und Fauna

    Mehr als 60 % der Landesfläche werden von tropischem Regenwald eingenommen mit dem typischen etagenförmigen Aufbau. In mehreren Baumstockwerken (einzelne Bäume erreichen bis zu 60 m, das geschlossene Kronendach befindet sich auf einer Höhe von 30 bis 45 m) findet sich eine Vielzahl von verschiedenen Pflanzenarten wie z.B. Lianen, Würgepflanzen, so genannte Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) und Hartholzgewächse wie Teak, Limba und Mahagoni. In Richtung Westen bilden Feuchtsavannen mit Gräsern und geringem Baumbestand den Übergang zur Küstenlandschaft, wo sich große Mangrovenbestände finden.

    Die großen Bestände an tropischem Regenwald bilden für viele Tierarten einen idealen Lebensraum. Hier leben unter anderem verschiedene Affenarten, Okapis, Waldelefanten (auch Rundohrelefanten genannt) und zahllose Insekten- und Vogelarten. In den Feuchtsavannen finden sich unter anderem Antilopen, Steppenelefanten, Leoparden, Geparde und Schakale.

    Bevölkerung

    Der überwiegende Teil der insgesamt 3,39 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung der Republik Kongo gehört Bantugruppen an. Die größte Gruppe unter ihnen sind Kongo (Ba-Kongo oder Vili-Kongo, rund 48 % der Gesamtbevölkerung), weitere Gruppen sind Téké (Batéké) mit 17,1 %, Mboshi (11,5 %) und Mbete (4,8 %). Ein Großteil der nicht zu den Bantuvölkern gerechneten Stämme gehören den Ubangi an, eine Minderheit bilden die Pygmäen, von denen heute noch noch rund 150 000 in den dichten Wäldern der beiden Kongo-Staaten leben. Die Amtssprache ist Französisch, daneben werden Lingala, Monokutuba, Kikongo, Téké und mehrere Ubangi-Sprachen verwendet. Die Hälfte der Bevölkerung gehört der christlichen Konfession an, die andere Hälfte weitgehend indigenen Glaubensrichtungen. 2 % sind Muslime.

    Das Land ist extrem dünn besiedelt. Fast ein Drittel der gesamten Bevölkerung lebt im Großraum der Hauptstadt Brazzaville (790 000 Einwohner). Das Bevölkerungswachstum beträgt auf Grund der hohen HIV/Aids-Rate (5 % der Bevölkerung) 2,9 %, obwohl durchschnittlich 3,5 Kinder pro Frau geboren werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei nur 52 Jahren. Für Kinder von sechs bis 15 Jahre besteht Schulpflicht, die Alphabetisierungsquote wird auf 84 % geschätzt. Der Lebensstandard ist verglichen mit anderen afrikanischen Ländern relativ hoch, vor allem in den Städten ist das Gesundheits- und Sozialwesen gut ausgebaut. Hier ist besonders die hohe Arbeitslosenrate ein Problem.

    Politisches System

    Kongo ist seit 1992 eine demokratische Republik; die aktuelle Verfassung wurde 2002 per Referendum bestätigt. Staatspräsident und Regierungschef ist in Personalunion Denis Sassou Nguesso (1997 Machtübernahme nach dem Bürgerkrieg; 2001 bei den Präsidentschaftswahlen im Amt bestätigt). Er ernennt die Mitglieder des Kabinetts. Laut Verfassung wird der Staatspräsident vom Volk für eine siebenjährige Amtszeit gewählt, eine Wiederwahl ist möglich.

    Das Parlament besteht aus zwei Kammern: der Nationalversammlung mit 137 und dem Senat mit 66 Mitgliedern; die Abgeordneten werden für fünf, die Senatoren für sechs Jahre gewählt. Die wichtigsten Parteien sind die Demokratischen und Patriotischen Kräfte (FDU) und die Union für Demokratie und Republikanismus (UDR).

    Das Rechtssystem basiert auf dem französischen sowie auf dem Gewohnheitsrecht. Die Republik Kongo ist in zehn Regionen und den Hauptstadtbezirk Brazzaville untergliedert.

    Wirtschaft

    Die Wirtschaft der Republik Kongo leidet auch nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs weiter unter der hohen Arbeitslosenquote, der geringen Ausbildung der Arbeiter, unter einer weitgehend zerstörten Infrastruktur und der geringen Autarkie der Lebensmittelproduktion. 80 % der Exporterlöse stammen aus der Erdölförderung, die allerdings weitgehend in französischer und italienischer Hand ist. Der bis vor wenigen Jahren wichtigste Wirtschaftszweig - die Forstwirtschaft - verliert zunehmend an Bedeutung. Das Pro-Kopf-Einkommen wurde für das Jahr 2004 auf 800 US-Dollar geschätzt, die Auslandsverschuldung beläuft sich mittlerweile auf immense 5,1 Mrd. US-Dollar. 2004 konnte ein Wirtschaftswachstum von 3,7 % erzielt werden.

    Die Landwirtschaft erwirtschaftet rund 7,5 % des Bruttoinlandproduktes, gut die Hälfte aller Erwerbstätigen sind hier beschäftigt. Für den Eigenbedarf der Bevölkerung werden im Wanderfeldbau vor allem Bananen und Knollenfrüchte angebaut, für den Export vor allem Kakao, Zucker und Kaffee auf Plantagen. Der Export von Tropenhölzern (vor allem Limba und Mahagoni) ist nach wie vor bedeutend, auch wenn die Zahlen in den 1990er Jahren rückläufig waren.

    Die Industrie ist nur mäßig entwickelt und konzentriert sich auf die Verarbeitung von Erdöl (Erdölraffinerie in Pointe Noire). Es gibt auch Holz und Lebensmittel verarbeitende Betriebe. Weitere Bodenschätze wie Gold, Diamanten, Bauxit und Phosphate werden nur in geringen Mengen gefördert.

    Wichtigste Abnehmer der Exportprodukte des Landes (Erdöl, Produkte der Forstwirtschaft, Kakao, Kaffee, Diamanten) sind China, die USA und Taiwan; zu den bedeutendsten Importeuren von Maschinen und Lebensmitteln nach Kongo zählen Frankreich, China und Italien.

    In Brazzaville gibt es einen internationalen Flughafen; wichtigster Hafen ist Pointe Noire an der Atlantikküste. Von den etwa 13 000 km Kilometern Straße des Landes sind nur 1 200 km befestigt.

    Währung ist der zentralafrikanische Franc.

    Audio-Material
    Datei:DemRepKongo07.mp3 Lokombe, Traditionell

    Republik Kongo

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    République du Congo
    Amtssprache Französisch
    Hauptstadt Brazzaville
    Staatsform Präsidiale Republik
    Fläche 342.000 km²
    Einwohner 3.390.000
    Währung Zentralafrikanischer Franc
    Zeitzone MEZ
    KFZ-Kennzeichen RCB
    Internet-TLD .cg
    Telefonvorwahl 00242

    KALENDERBLATT - 6. Dezember

    1882 Carl Millöckers Operette "Der Bettelstudent" wird in Wien uraufgeführt.
    1882 Die deutsche Kolonialbewegung schafft sich mit der Gründung des "Deutschen Kolonialvereins" ein zentrales Organ.
    1890 Die Oper "Die Trojaner. Erster Teil – Die Einnahme von Troja" von Hector Berlioz wird in Karlsruhe in der deutschen Fassung uraufgeführt.



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