Knut Hamsun

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    norwegischer Schriftsteller; * 4. August 1859 in Lom, † 19. Februar 1952 in Nörholm

    eigentlich: Knud Pederson;

    Trotz meist auf den Inhalt seiner Werke und auf seine Lebensanschauung (mystische Verklärung des Bauerntums) bezogener Kritik kann Hamsun als der größte Romancier Norwegens bezeichnet werden. Er erhielt 1920 den Nobelpreis für Literatur für den Roman "Segen der Erde" (1918).

    Hamsun erlebte eine harte Jugend in Nordland. Die Eindrücke, die er damals gewann, tauchen in seinen späteren Romanen immer wieder auf. Er schlug sich als Verkäufer, Schuhmacherlehrling, Lehrer und Straßenarbeiter durch. Zweimal reiste er in den Jahren 1882-88 nach Amerika, wo er als Straßenbahnschaffner und Erntearbeiter seinen Lebensunterhalt verdiente. Hamsun wurde es später nicht müde, die "Segnungen" der modernen Zivilisation anzuprangern. Zeugnis dafür sind vor allem seine Polemik gegen den "American Way of Life" und die in seinem Werk leitmotivisch auftauchenden Hymnen auf das "einfache Leben".

    Den ersten großen literarischen Erfolg errang Hamsun mit dem Roman "Sult" ("Hunger"), an dem er 1888-90 arbeitete. Das Aufsehen, das er erregte, resultiert aus der neuartigen Schilderung der psychischen Reaktionen eines Menschen. Hinzu kommt die spürbare Authentizität des Dargestellten.

    Sein nächster Roman "Mysterier" ("Mysterien"), in dem fast alle späteren Motive konzentriert sind, muss wohl als bedeutendste Schöpfung Hamsuns betrachtet werden, wenn auch kompositorische Zerrissenheit und Exkurslängen über die eigentliche Bedeutung hinwegtäuschen können. Die Hauptfigur der "Mysterien" zeigt wie alle seine Helden autobiografische Züge. Sprachlich und inhaltlich sind den "Mysterien" die Romane "Pan" (1894) und "Viktoria" (1898) verwandt, deren reine Liebesthematik allerdings schon eher dazu angetan war, Hamsuns Rückzug aus Sozialkritik und Fortschrittsbewältigung anzubahnen.

    Nach den Romanen "Redaktor Lynge" und "Ny Jord" ("Neue Erde") entstand die Dramentrilogie "Ved Rigeds Port "("An des Reiches Pforten"), "Livets Spil" ("Spiel des Lebens") und "Aftenrode" ("Abendröte"). Die Trilogie, wie auch das nach einer Russlandreise entstandene Versdrama "Munken Vendt" und das Schauspiel "Dronning Tamara" ("Königin Tamara"), ist im Gegensatz zu "Livet i vold" ("Vom Teufel geholt") heute weitgehend in Vergessenheit geraten.

    Die folgenden Romane "Svermere"("Schwärmer") und "En Vandrer spiller med Sordin" ("Gedämpftes Saitenspiel") lassen Hamsuns epische Begabung deutlich werden. Er nimmt darin Abschied von dem romantisch-stürmischen Jugendwerk. Die Beschwerden des Alterns und eine Resignation der enteilenden Zeit gegenüber werden zum Thema, das nicht ohne Humor und zuweilen bissige Glossen Hamsuns Werk von nun an beherrscht. In "Benoni" und "Rosa", den beiden Romanen, die zur selben Zeit entstanden, weist schon der realistische, deskriptive Erzählstil auf eine neue Phase in Hamsuns Schaffen hin.

    Die Romane "Den sidste Glaede" ("Die letzte Freude"), "Bern av Tiden" ("Kinder ihrer Zeit") und "Segelfoss By" ("Die Stadt Segelfoss") entstanden in einer Zeit, in der Hamsun sich als Landwirt zu betätigen begann. Gerade der letzte Roman, in dem der Großgrundbesitzer Willatz Holmsen von einem Neureichen gestürzt wird, spiegelt Hamsuns Liebe für die alte patriarchalische Lebensform wider. Zur Hymne wurde Hamsuns Aufruf, sich an die Erde und die Natur zu halten, im Roman "Markens Graden" ("Segen der Erde"). Hauptfigur ist Isak Sellanraa, der auf eigene Faust in die Wildnis zieht und dort Land urbar macht. Gegen alle Widerstände der Natur und der Bürokratie behauptet sich Isak; doch sein Werk hat keinen Bestand, denn seine Kinder können mit seinen Ideen nichts mehr anfangen. Diese resignative Haltung steigert sich noch in Hamsuns nächsten beiden Romanen "Konerne ved Vandposten" ("Die Weiber am Brunnen") und "Sidste Kapitel" ("Das letzte Kapitel").

    Die folgenden Landstreicher-Romane dagegen, "Landstrykere" ("Landstreicher"), "August" ("August Weltumsegler") und "Men Livet lever" ("Nach Jahr und Tag"), schlagen wieder einen leichteren Ton an. Die Schilderungen des Vagabundenlebens und Abenteurertums geraten Hamsun zu stellenweise heiterer Rückschau auf seine eigene Jugend. Ähnliches gilt von seinem letzten Roman "Ringen sluttet" ("Der Ring schließt sich").

    Hamsuns Eintreten für den Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg hatte für ihn einen Prozess wegen Landesverrats zur Folge, in dem er zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde. Er verfasste die Verteidigungsschrift "Paa gjengrodde Stier" ("Auf überwachsenen Pfaden").

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