König Ludwig II. - Märchenkönig ohne Happy End

    Aus WISSEN-digital.de

    Bis heute gibt der Tod des vor 125 Jahren gestorbenen König Ludwig II. Rätsel auf, die genauen Umstände bleiben ungeklärt. Mögliche Erklärungsversuche reichen von einem Unfall bis hin zu Selbstmord und sogar Mord.

    Die letzten Tage König Ludwig II.

    König Ludwig II. ist bis in unsere Zeit als Märchenkönig bekannt geblieben, der sich lieber in seine Traumwelt aus Märchenschlössern wie Schloss Neuschwanstein und den mythenumwobenen Opern Richard Wagners flüchtete, als sich um handfeste Regierungsgeschäfte zu kümmern. Dieses Bild ist sicherlich überzeichnet, und doch basiert es auf einer gewissen Gleichgültigkeit Ludwig II. gegenüber den Niederungen des politischen Tagesgeschäftes.

    Vor allem in den letzten Jahren vor seinem Tod zog er sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück, entwickelte einen eigenwilligen Charakter und verbrauchte sein gesamtes Vermögen für den Bau seiner Märchenschlösser – bis ihm sein Kabinett eine Bürgschaft über einen weiteren Kredit verweigerte.

    Als Notbremse setzte sein Onkel Luitpold eine ärztliche Untersuchung durch, die Ludwig II. eine psychische Erkrankung attestierte. Damit war der Weg frei, ihn am 9. Juni 1886 durch die bayerische Regierung entmündigen zu lassen, sein Onkel übernahm die Regierungsgeschäfte.

    Unfall, Selbstmord oder Mord?

    König Ludwig II. wurde daraufhin auf Schloss Neuschwanstein in Gewahrsam genommen und auf Schloss Berg am Starnberger See gebracht. Am Abend des 13. Juni 1886 brach Ludwig II. mit Bernhard von Gudden, dem hauptverantwortlichen Arzt der Entmündigung, und ohne weitere Begleitung zu einem Spaziergang durch den Schlosspark auf. Wenige Stunden später wurden beide tot im seichten Ufergewässer des Starnberger Sees aufgefunden. Und das Rätselraten um die genauen Todesumstände begann.

    Hartnäckig halten sich Gerüchte, König Ludwig II. wäre bei einem von königstreuen Untertanen organisierten Fluchtversuch hinterrücks erschossen worden, wahlweise von einem Gendarm oder einem gedungenen Attentäter. Von Gudden wäre demnach zuvor ertränkt worden. Eine andere Erklärung bietet die Selbstmord-These, wonach Ludwig II. zunächst seinen Begleiter tötete und anschließend den Freitod im Starnberger See suchte. Ein Unfall schließlich scheint eine wenig überzeugende Erklärung zu sein, da der Starnberger See an der entsprechenden Stelle gerade einmal gut einen Meter tief ist.

    Letztlich werden sich die genauen Todesumstände nicht mehr klären lassen, und vielleicht macht gerade das die Faszination König Ludwig II. aus. Ein Happy End war dem Märchenkönig jedenfalls nicht vergönnt.

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