Justus Freiherr von Liebig

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    deutscher Chemiker; * 12. Mai 1803 in Darmstadt, † 18. April 1873 in München

    Nach einem Chemiestudium in Bonn, Erlangen und Paris wurde er im Alter von 21 Jahren Professor in Gießen und machte in der Folgezeit Gießen wie auch München zu europäischen Zentralen des Chemiestudiums. Laboratoriumsunterricht wurde unter ihm zu einem wichtigen Bestandteil des Studiums. Zu seinen Schülern gehörte auch Kékulé.

    Das politische Geschehen seiner Zeit spielte in Liebigs Leben eine große Rolle. Man sah damals eine der Hauptursachen für die revolutionären Unruhen von 1848/49 in den häufigen Missernten. Da sich Liebig ausführlich mit Landwirtschaft und menschlicher Ernährung befasste, war seine besondere Anteilnahme an der Politik durchaus verständlich. Sein Laboratorium war während der Revolution eine Art geistiges Zentrum in Gießen.

    Nach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 wurde Liebig naturwissenschaftlicher Berater von König Max II. von Bayern in München. 1860 wurde er Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

    In seiner Forschungsarbeit widmete sich Liebig besonders der Analyse organischer Verbindungen (Elementaranalyse), wofür er die Apparaturen, mit denen er arbeitete, verbesserte: Noch heute findet das von Liebig entwickelte und von Dumas verbesserte Verfahren Verwendung. Zusammen mit Wöhler gilt Liebig als Begründer der organischen Chemie. Er arbeitete zu verschiedenen organischen Verbindungen, wie zum Beispiel dem Chloral und dem Ethanal.

    In seinem späteren Forschungsarbeiten widmete sich Liebig der Agrikulturchemie (Düngerlehre), wodurch er den Ackerbau revolutionierte. Er erfasste hierbei die Bedeutung der Mineralien für die Pflanzenernährung. Liebig erkannte, dass man die chemischen Stoffe ersetzen müsse, die dem Boden durch die Wegnahme der Feldfrüchte entzogen wurden. So folgerte er richtig, dass man Stallmist durch seine mineralischen Bestandteile Phosphate, Kali- und Magnesiasalze, Kalk, Sulfate, Ammoniaksalze oder Nitrate ersetzen kann.

    Liebig untersuchte die Radikale und entdeckte weiterhin neue Stoffe wie zum Beispiel Chloroform, Chloral und Verbindungsklassen (Aldehyde). Liebig gehört zu den Chemikern, die eine Vielzahl von Arbeiten veröffentlichte und dadurch der chemischen Literatur einen großen Verdienst erwies.

    Werke (Auswahl)

    "Über einen neuen Apparat zur Analyse organischer Körper und über die Zusammensetzung einiger organischer Substanzen", "Über die Konstitution organischer Säuren", "Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie".

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