Joost van den Vondel

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    niederländischer Dichter; * 17. November 1587 in Köln, † 5. Februar 1679 in Amsterdam

    Vondels Eltern mussten als Wiedertäufer aus Antwerpen nach Köln flüchten. Der Dichter nahm 1641 in Amsterdam den katholischen Glauben an, trat aber stets für religiöse Toleranz ein. Er übernahm das Strumpfgeschäft des Vaters, verlor aber 1656 sein ganzes Vermögen. Eine Zeitlang war er auf die Unterstützung durch seine Tochter Anna angewiesen, bis er als Buchhalter eine Anstellung bei einer Bank fand und an die Tilgung seiner Schulden gehen konnte.

    Vondel, der unter dem Einfluss von Du Bartas und Hooft zum Trauerspiel kam, ist der größte Dichter der klassischen Periode der holländischen Literatur. In seinen Liedern besingt er sein Land und trauert um seine verstorbenen Angehörigen. In Satiren (wie "De Rommelpot in't Hanekot") greift er den Fanatismus der Calvinisten an. Seine 32, meist biblischen Dramen erwuchsen aus der niederländischen Barockkultur und gewannen Einfluss auf Opitz und Gryphius. Das vaterländische Drama "Gijsbrecht van Aemstel" (1637) wird auch heute noch um Neujahr in Holland aufgeführt. Vondel übersetzte auch Horaz, Ovid und Vergil.

    Werke: "Het Pascha" (1612), "Hierusalem verwoest" (1620), "Jephta" (1659)