Isaac Bashevis Singer

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    polnischer Schriftsteller; * 14. Juli 1904 in Radzymin bei Warschau, † 24. Juli 1991 in Miami, Florida

    Isaac Bashevis Singer wuchs in der polnischen Hauptstadt auf und erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung. So besuchte er auch einige Zeit das Rabbinerseminar. Mit 22 Jahren begann er für eine jüdische Warschauer Zeitung zu schreiben, zuerst auf hebräisch, dann auf jiddisch. 1935 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, seit 1943 war er amerikanischer Staatsbürger. Bald gehörte er zum Redaktionsstab des Jewish Daily Forward. 1975 erhielt er den National Book Award; 1978 den Nobelpreis für Literatur.

    Singers Romane und Erzählungen spielen meist in der Welt des polnischen Judentums. Sie handeln von schalkhaften und skurrilen Typen, deren oft ergreifendes Schicksal zu allgemeingültigen Gleichnissen menschlichen Lebens erhoben wird. Sein Roman "Das Landgut" (1967) wählt die Form einer Familiengeschichte, um den Einbruch der modernen Welt in die traditionellen Lebensformen der polnischen Juden des 19. Jahrhunderts zu schildern - eine ungemein farbige Schilderung einer Gesellschaft im Umbruch. Mit einer trotz einfacher Mittel vielschichtig gestalteten Erzählkunst berichtet Singer, immer mit Blick auf die moralischen Probleme, wie seine Figuren in die Konflikte geraten, die die Ideen der neuen Zeit mit sich bringen, und wie sie ihre Menschlichkeit zu bewahren suchen. Großen Erfolg hatte Singer auch mit seiner Autobiografie "Mein Vater, der Rabbi" (1966) und mit "Schoscha" (1978).

    Weitere Werke: "Der Zauberer von Lublin" (1960), "Leidenschaften. Geschichten aus der neuen und der alten Welt" (1977), "Wahnsinns-Geschichten" (1986).

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