Ion Iliescu

    Aus WISSEN-digital.de

    rumänischer Politiker; * 3. März 1930 in Oltenita

    1944 wurde Iliescu Mitglied des kommunistischen Jugendverbands. Er absolvierte ein Ingenieursstudium am Polytechnischen Institut von Bukarest und an der Moskauer Staatsuniversität. Nach seiner Rückkehr aus der Sowjetunion übernahm er 1956 den Vorsitz des Studentenverbands und war ab 1960 Mitglied des Zentralkomitees der rumänischen KP.

    Unter der Führung des Parteivorsitzenden Nicolae Ceausescu wurde Iliescu Erster Sekretär des Jugendverbands und Minister für Jugend und Erziehung. 1968 wurde er Vollmitglied des Zentralkomitees, übte aber zunehmend Kritik an der stalinistisch ausgerichteten Politik der Parteispitze und wurde so Anfang der 1970er Jahre aller Parteiämter enthoben. Bis Mitte der 1980er Jahre lebte er als Dissident im Untergrund und verfasste politische Publikationen.

    Als im März 1985 in der Sowjetunion Michail Gorbatschow neuer Generalsekretär der KPdSU wurde, fand er bei diesem Unterstützung und die Repressionen gegen ihn hatten ein Ende. Nach dem Sturz der Regierung und der Hinrichtung Ceausescus im Dezember 1989 wurde Iliescu zum Vorsitzenden der "Front zur nationalen Rettung" (FSN) ernannt und war so das vorläufige Staatsoberhaupt der Übergangsregierung. Bei den ersten freien Präsidentschaftswahlen seit den 1930er Jahren erhielt Iliescu im Mai 1990 85 Prozent aller Stimmen und wurde damit neuer Staatspräsident Rumäniens. 1992 wurde er in seinem Amt bestätigt. Im November 1996 wurde der liberal-konservative Emil Constantinescu von der "Christdemokratischen Partei" neuer Staatspräsident. 2000 löste ihn der Postkommunist Iliescu wieder ab, der seitdem erneut das Amt des Staatspräsidenten innehat.

    Vor allem die wirkliche Demokratisierung des Landes und die Bekämpfung der Korruption stellen große Herausforderungen dar.

    Im Ausland, aber auch in Rumänien selbst, wurde wiederholt in Frage gestellt, ob sich Iliescu trotz seiner - wenn auch nicht unkritischen - kommunistischen Vergangenheit im Regime Ceausescus wirklich zum Demokraten gewandelt hat. 2001 trat Iliescu gemäß der Verfassung vom Vorsitz der postkommunistischen "Sozialdemokratischen Partei Rumäniens" (PSD) zurück, den er seit 1996 innehatte. Neuer Vorsitzender wurde Ministerpräsident Nastase.

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