Individualpsychologie

    Aus WISSEN-digital.de

    Wissenschaft, die sich mit dem Verhalten des Einzelnen, mit dem Menschen als Einzelwesen - im Gegensatz zur Sozialpsychologie - beschäftigt. Von dem Wiener Arzt A. Adler geprägte Betrachtungsweise der Tiefenpsychologie und Psychotherapie, die psychische Störungen als Folge eines schwach ausgeprägten Gemeinschaftsgefühls und einer mangelhaften Bewältigung eigener Minderwertigkeitsgefühle sieht. Der grundsätzliche Antrieb des Individuums begründe sich in seinem sozialen Streben nach Macht und Geltung.

    Schon früh hob Adler hervor, dass die Funktionen eines minderwertigen Organs durch entsprechende seelische Einstellung kompensiert oder auch überkompensiert werden können. In Übereinstimmung mit Freud war auch Adler der Meinung, dass bei Neurosen die Wurzel der Symptombildung im Unbewussten liege. Ziel der Psychotherapie nach Adler: Einflüsse, die die neurotische Fehlentwicklung verursacht haben, feststellen, dem Patienten den Mechanismus des Scheiterns erklären und seine Anpassung lenken und überwachen.

    Eine große Breitenwirkung ist der Individualpsychologie, die einen zweifellos wichtigen Teilaspekt etwas zu einseitig hervorhebt, versagt geblieben.

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