Helmuth Plessner

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    deutscher Philosoph und Soziologe; * 4. September 1892 in Wiesbaden, † 12. Juni 1985 in Göttingen

    Seit 1926 arbeitete Helmuth Plessner als Professor für Philosophie. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er 1933 in die Niederlande auswandern, wo er in Groningen weiter als Dozent und Professor wirken konnte. Anfang der 1950er Jahre übernahm er einen Lehrstuhl in Göttingen, den er bis zu seinem Umzug in die Schweiz 1962 inne hatte.

    Durch sein Buch "Die Stufen des Organischen und der Mensch" (1928) wurde Plessner zum Mitbegründer der philosophischen Anthropologie. Plessner unterscheidet Pflanzen, Tiere und Menschen dadurch voneinander, dass er ihnen verschiedene Stufen von "Positionalität" zuordnet. Der Mensch zeichnet sich demnach durch exzentrische Positionalität aus, während ein Tier nur über zentrische Positionalität verfügt. Stark vereinfachend gesagt ist damit gemeint, dass der Mensch im Gegensatz zum Tier über die Fähigkeit der Selbstreflexion verfügt.

    Weitere Werke: "Macht und menschliche Natur" (1931), "Die verspätete Nation" (1959), "Diesseits der Utopie" (1966) u.a.

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