Heinrich von Sybel

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    deutscher Historiker; * 2. Dezember 1817 in Düsseldorf, † 1. August 1895 in Marburg

    Von Sybel besuchte 1834 die Universität Berlin. Nach seiner Promotion 1838 auf Grund einer Arbeit über die Quellen und Glaubwürdigkeit des Jordanes, des Geschichtsschreibers der Goten, begab er sich nach Bonn, um sich für den akademischen Beruf vorzubereiten. Nach zwei Jahren als Privatdozent schrieb Sybel als erstes größeres Werk die "Geschichte des ersten Kreuzzuges", worin er mit kritischem Scharfsinn die echten Quellenschriften von der späteren legendenhaften Überlieferung trennte. 1844 zum außerordentlichen Professor ernannt, veröffentlichte er noch im selben Jahr seine "Entstehung des deutschen Königtums", ein Werk, das große Anerkennung fand, aber auch vielfach auf Widerspruch stieß. 1845 erhielt Sybel einen Ruf nach Marburg als ordentlicher Professor der Geschichte. Von da an befasste er sich mit der neueren Zeit, wobei er besonders die revolutionäre Bewegung Ende des 18. Jahrhunderts erforschte. Sybels "Geschichte der Revolutionszeit vom Jahre 1789 bis 1800", deren erster Band 1855 erschien, schwoll zu einem fünfbändigen Werk an. Für dieses Werk wurden die Ergebnisse sorgfältiger Studien in den Archiven von Paris, Wien, London und Berlin verwertet, und als deren Ergebnis erschienen viele Vorgänge in einer völlig veränderten Sichtweise.

    1856 berief ihn König Maximilian II. nach München. In diese Zeit fällt auch Sybels Gründung der "Historischen Zeitschrift". 1875 zum Direktor der preußischen Staatsarchive ernannt, rief er die wichtigen "Publikationen aus den preußischen Staatsarchiven" ins Leben.

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