Hanns Heinz Ewers

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher Schriftsteller und Journalist; * 3. November 1871 in Düsseldorf, † 12. Juni 1943 in Berlin

    Im Alter von 20 Jahren begann Ewers sein Jurastudium an der Universität Berlin, das er nach Studienaufenthalten in Bonn und Genf 1894 in Bonn mit der Promotion abschloss. Bürgerlich wie seine Jugend verliefen die Referendarjahre in Neuß, Düsseldorf und Saarbrücken. 1897 verbüßte Ewers eine Freiheitsstrafe auf der Festung Ehrenbreitstein wegen eines Duells. Im gleichen Jahr trennte er sich von seinem Beruf, dessen Formalismus ihm am Prozess gegen den irischen Schriftsteller Oscar Wilde deutlich zu werden schien.

    Aus dem Juristen wurde der Schriftsteller, Zeitungsherausgeber, "Überbrettl"-Dichter und Weltenbummler, der in der Gestalt des Frank Braun ("Der Zauberlehrling oder die Teufelsjäger", 1909) die Welt des Fantastischen und Unbewussten realistisch darstellte. Wesenszüge E.T.A. Hoffmanns, Edgar Allan Poes und der Neuromantik verbinden sich mit seiner Traumwelt sarkastischer Perversionen, Satanismen und ihren grausigen Pointen. Große Erfolg waren "Alraune" und "Vampir". In merkwürdigem Kontrast dazu steht seine Sympathie für den Nationalsozialismus. 1932 folgte im Auftrag Hitlers der "Horst Wessel". Obwohl Hanns Heinz Ewers frühes Mitglied der NSDAP war, wurden seine Bücher 1934 verboten und beschlagnahmt, der nach seinem Buch gedrehte Horst-Wessel-Film nicht freigegeben.

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