Gott

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    (althochdeutsch/indogermanisch "anrufen")

    Einleitung

    Im allgemeinen Sprachgebrauch ist "Gott" die Bezeichnung für ein übernatürliches, als heilig verehrtes Wesen. Dieses steht meist im Mittelpunkt einer Religion, innerhalb derer es als Herrscher über alles Leben, Schöpfer der Welt, Freund und Richter des Menschen beschrieben wird. Neben der Stellung wird auch die "Person" Gottes thematisiert, der übermenschliche (allwissend, ewig, allmächtig) und menschliche (liebend, strafend, rächend) Attribute zugeschrieben werden.

    In den einzelnen Religionen ist die Vorstellung eines transzendeten Wesens stark unterschiedlich. So verehren Christentum, Judentum und Islam einen einzigen Gott (Monotheismus), während Hinduismus oder die Religionen des alten Ägyptens oder Griechenlands von einer Vielzahl von Göttern ausgehen (Polytheismus). Oft kann auch mittels der christlich-westlichen Gottesvorstellung das Konzept des Göttlichen nicht treffend beschrieben werden. So steht z.B. im Buddhismus kein personaler Gott, sondern die kosmische Ordnung im Mittelpunkt - Buddha erscheint als Lehrer, der von dieser Ordnung erleuchtet ist.

    Gottesvorstellungen

    Allgemein wird ein Gott als transzendent aufgefasst - er steht außerhalb dieser Welt und ist der herrschenden Ordnung nicht unterworfen, als deren Schöpfer er teils beschrieben wird. Andererseits ist er immanent, d.h. er nimmt Einfluss auf das Leben der Welt, ist ansprechbar oder auch in verschiedenen Naturerscheinungen oder Gottesabbildungen anwesend. Gestalt und Wesen werden in den Religionen jeweils unterschiedlich beschrieben.

    Monotheistische Religionen

    Monotheistische Religionen - wie Christentum, Islam oder Judentum - gehen von einem einzigen, transzendenten Gott aus. Im Christentum offenbart sich dieser dreieinig - ein Gott in den drei Erscheinungen Vater, Sohn und Heiliger Geist, als zentrales Wesensmerkmal gelten Liebe und Vergebung. Als Symbole gelten vor allem das Kreuz, in den Ostkirchen kommt der Ikone eine besondere Bedeutung zu. In Judentum und Islam besteht ein strenges Abbildungsverbot Gottes, einzige religiöse Symbole sind die heiligen Schriften, heilige Gegenstände oder Ähnliches. Das Judentum betont die Heiligkeit Gottes, so dass z.B. unbedachtes Nennen des heiligen göttlichen Namens vermieden wird. Im Islam sind die Gläubigen zur Unterwerfung unter den göttlichen Willen aufgefordert, unzählige göttliche Eigenschaften sind im Koran niedergeschrieben.

    Polytheistische Religonen

    Polytheistische Religionen kennen viele verschiedene Gottheiten. Diese sind durch bestimmte Eigenschaften (mütterlich, weise) oder Funktionen (Richter, Jäger, Schöpfer) charakterisiert, teils in Götterstatuen und Abbildern immanent anwesend, teils in gewissen Regionen wie Meer oder Unterwelt beheimatet oder auch lokal in einem bestimmten Fluss oder Berg personifiziert. Die Götter können menschlicher oder tierischer Gestalt sein, verschiedene Gestalten annehmen (z.B. Zeus) oder in einer Mischform dargestellt sein (z.B. Ganescha). Ein Angehöriger der Religion erkennt die verschiedenen Gottheiten an, bezieht sich in seinem persönlichen Leben aber meist auf eine bestimmte, oft aufgrund des Berufs oder der gesellschaftlichen Stellung ausgewählte. Die Gottheiten stehen in Bezug zueinander, meist hierarchisch gegliedert und in Genealogien beschrieben (z.B. bei Hesiod).

    Religionen ohne personalen Gottesbegriff

    In asiatischen Religionen wie dem Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus existiert keine Vorstellung eines personalen Gottes, hier dominiert ein göttliches Prinzip bzw. eine Wesensart. Der Buddhismus wird deshalb oft als atheistische Religion beschrieben, Daoismus und Konfuzianismus als Weltanschauungen. Als Absolutes, Göttliches sieht der Buddhismus die kosmische Ordnung an, von der Buddha erleuchtet wurde, die dieser aber nicht personifiziert. Auch der Daoismus stellt die Ordnung als Gesetz des Universums in den Mittelpunkt, während der Konfuzianismus sich auf die Ausrichtung nach einem Sittengesetz bezieht.

    3. Beziehung Gott - Mensch

    Die Anrufung Gottes ist über einen Kult oder Riten innerhalb der Religionen organisiert. So gibt es spezielle Dank- und Bittriten, festgelegte Gebete und Opfer. Für den Vollzug mancher Riten werden bestimmte Orte gekennzeichnet, Tempel gebaut oder heilige Stätten benannt, in vielen Religionen gibt es Altäre oder Schreine. Außerdem bestehen innerhalb der Religion meist Regeln und Anleitungen für das öffenliche und private Leben, die ihren Ursprung auf Gott oder ein göttliches Prinzip zurückführen.

    Eine Funktion als Sprachrohr Gottes oder Bindeglied zwischen Gott und den Menschen hat oft eine bestimmte Gesellschaftsgruppe inne, die Priester. Diese erhalten ihre Stellung mittels Vererbung (z.B. im Hinduismus) oder besondere Ausbildung (z.B. im Judentum) und sind für korrekte Durchführung der Riten, Rechtssprechung oder Auslegung der Aussprüche Gottes zuständig. Oft ist das Ausüben eines Priesteramts mit bestimmten Auflagen wie z.B. Ehelosigkeit verbunden.

    Geschichte

    Als Anfangspunkt der Vorstellung einer transzendenten Welt wird bereits das Mittelpaläolithikum genannt. Hier tauchen erstmals geregelte Bestattungen, oft mit Grabbeigaben, auf, so dass man von einem Glauben an ein Übersinnliches und an ein Leben nach dem Tod ausgehen kann.

    Einer älteren evolutionistischen Theorie zufolge haben sich aus einem ursprünglichen Glauben an die Beseeltheit der Natur (Animismus) der Ahnenkult und später der Polytheismus entwickelt. Den Höhepunkt und Abschluss dieser Linie bilde die Religionsform des Monotheismus. Diese Theorie ist heute nicht mehr haltbar, da sie einerseits eine Abwertung nicht-monotheistischer Religionen darstellt und andererseits nachgewiesen werden konnte, dass eine derart stringente Entwicklung geschichtlich nicht belegbar ist.

    KALENDERBLATT - 20. September

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