Goten

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    Theoderich der Große; Münze aus dem 6. Jh.

    Die Goten waren das größte ostgermanisches Volk. Ihre Urheimat befand sich vermutlich in Südschweden.

    Mitte des 2. Jh.s. waren sie an der unteren Weichsel sesshaft, zogen dann nach Südrussland und stießen 267 erstmals über die Donau vor und verwüsteten den Balkan und Teile Kleinasiens. 269 wurden sie bei Nisch geschlagen.

    Um diese Zeit schieden sie sich in Ost- und Westgoten (Grenze Dnjestr): Seither siedelten die Westgoten ("Wisigoten" = die wackeren Goten) als Föderalen in der von den Römern aufgegebenen Provinz Dakien und griffen mehrfach in innerrömische Kämpfe ein. Ab Mitte des 4. Jh.s. wurden sie zum (arianischen) Christentum missioniert (Wulfila).

    Vor dem Einfall der Hunnen, denen 375 das Reich der Ostgoten unter Ermanarich unterlag, wichen sie (mit dem christlichen Volksteil) auf Römischen Reichsboden aus, schlugen 378 Kaiser Valens bei Adrianopel und ließen sich 382 als Föderalen von Theodosius Mösien als Wohnsitz zuweisen.

    Nach Stilichos Tod (408) fielen sie unter Alarich in Italien ein (410 Plünderung Roms), zogen 412 unter Athaulf nach Südwestgallien und gründeten 418 das Tolosanische Reich (Hauptstadt Toulouse), das sich unter Eurich seit etwa 470 über die Pyrenäen ausweitete, doch 507 auf gallischem Boden von Chlodwig vernichtet wurde.

    Der Hauptteil der Westgoten zog darauf nach Spanien (nunmehr Toledanisches Reich mit Hauptstadt Toledo), trat 586 zum Katholizismus über und verschmolz mit der ibero-römischen Bevölkerung (Rechtseinheit durch Lex Visigothorum), erlag aber, durch innere Kämpfe geschwächt, unter König Roderich 711 dem Ansturm der Araber.

    Die Ostgoten (eigentlich Ostrogoten, "austra" = glänzend) zogen nach dem Zusammenbruch ihres Reiches (Südrussland bis zum Don) zunächst mit den Hunnen, nahmen 451 an der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern teil, machten sich nach Attilas Tod selbstständig, führten von Pannonien aus Kriege gegen Byzanz, ließen sich 488 nach Westrom (Odoaker) ablenken und machten sich unter Theoderich 493 zu den Herren Italiens.

    Die etwa 25 000 Ostgoten beanspruchten ein Drittel des Landbesitzes. Ihre Sprache, Lebensart und ihr arianisches Christentum trennten sie von der römischen Millionenbevölkerung. Ihr Reich, gekennzeichnet durch Aufgabenteilung zwischen Germanen und Römern (Kriegswesen-zivile Verwaltung) sowie bewusste Erhaltung der römischen Kultur, wurde 535 bis 555 von Justinians Feldherren Belisar und Narses vernichtet. Der Rest der Ostgoten unter König Teja erhielt nach dem Verzweiflungskampf am Mons Lactarius bei Neapel freien Abzug nach Norden.


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