Gletscher

    Aus WISSEN-digital.de

    Einleitung

    Riesige, aus Firnschnee entstandene grünlich-bläuliche Eismasse. Ein Gletscher ist in ständiger, sehr langsam gleitender Bewegung. Das größte Gletschergebiet befindet sich in der Antarktis. Bei einem Großteil der heutigen Vergletscherung handelt es sich nicht um Reste der letzten Eiszeit, sondern um nach der Eiszeit neu entstandene Gletscher. Die wissenschaftliche Gletscherkunde heißt Glaziologie.


    Entstehung

    Allgemein kann man den Vorgang der Gletscherbildung so beschreiben: Aus dem Neuschnee wird Altschnee, wenn er sich setzt und zusätzlich Wasser aufnimmt. Durch Schmelzen und erneutes Gefrieren bildet sich der so genannte Firn, der sich durch zunehmenden Druck in Firneis verwandelt. Die restliche Luft, die dann noch eingeschlossen ist, verschwindet: Gletschereis ist entstanden. Gletscher bilden sich in Gebieten, in denen mehr Schnee fällt, als abtauen kann (Nährgebiet). Dabei gibt es verschiedene Arten der Entstehung. Einmal kann die Vereisung in einem sehr langwierigen Prozess durch den Druck der Schneelast entstehen. Hierbei wird der Schnee in den unteren Schichten zu Eis zusammengepresst. Diese Art der Vereisung findet sich v.a. bei den hochpolaren Gletschern. Bei den so genannten temperierten Gletschern der gemäßigten und der tropischen Regionen erfolgt die Vereisung nicht nur durch Druck, sondern hauptsächlich durch Prozesse des Schmelzens und Wiedergefrierens. Das Gebiet, in dem der Gletscher anfängt zu schmelzen, heißt Zehrgebiet.

    Gletschertypen

    Morphologisch lassen sich drei Hauptarten von Gletschern unterscheiden:

    Bei Deckgletschern ist die Eismasse so mächtig, dass der Untergrund für die äußere Gestalt des Gletschers keine Rolle spielt. Zu diesen Gletschern zählt man Inlandeis, Eiskappen und Plateaugletscher.

    Bei Gebirgsgletschern bestimmt das Gebirge die Form des Gletschers und die Richtung, in die sich das Eis bewegt. Die Geschwindigkeit, in der sich z.B. die Gletscher der Alpen bewegen, liegt bei 40 bis 200 m im Jahr. Bewegen sich Teile des Gletschers mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, so entstehen im oberen Bereich Gletscherspalten.

    Vorlandgletscher finden sich auf ebenem Boden. Sie sind häufig die Fortsetzung von Gebirgsgletschern. Auch die schwimmenden Eisdecken auf den Meeren der Polargebiete werden zu den Vorlandgletschern gezählt.

    Aufbau eines Gletschers

    Das unterste Ende eines Gletschers heißt Gletscherzunge. Am Ende der Gletscherzunge tritt der sich aus Tauwasser bildende Gletscherbach hervor. Die Öffnung, aus der der Gletscherbach austritt, ist oft sehr groß und wird Gletschertor genannt. Gletscher führen große Mengen an Gestein und Geröll mit sich (Moräne), die sich an den Seiten (Seitenmoräne), am Ende (Endmoräne) und am Grund ablagern. Von einer Mittelmoräne spricht man, wenn zwei Gletscher zusammenfließen und sich ihre Seitenmoränen vereinigen. Bei Gebirgsgletschern unterscheidet man zwischen Bergschrund und Randkluft. Der Bergschrund liegt zwischen dem beweglichen Eis des Gletschers und unbeweglichem, am Gebirgsgestein angefrorenem Eis. Die Randkluft liegt dagegen zwischen Felsen und dem Gletschereis. In Gletschern gibt es oft tiefe Risse und Spalten, die Gletscherspalten. Den Gletschertisch bilden Gesteinsblöcke.

    Glazial geprägte Landschaften

    Nach dem Zurückgehen eines Gletschers wird die Landschaft durch charakteristische, durch den Gletscher hervorgerufene Änderungen bestimmt. Insbesondere nach Eiszeiten entstehen solche glazial geprägten Landschaften. Berghänge im Nährgebiet werden durch Gletscher in einer bestimmten Weise erodiert (Kar). Durch Gletscher erweiterte Täler zeichnen sich durch einen U-förmigen Querschnitt aus. Im ehemaligen Zehrgebiet eines abgetauten Gletschers finden sich die typischen Erhebungen der Grund- und Endmoräne. Hier gibt es auch Moränensee und Rinnensee.

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