Geschlechtshormone

    Aus WISSEN-digital.de

    (Sexualhormone)

    Definition

    Unter dem Begriff "Geschlechtshormone" versteht man diejenigen Stoffe, die von den Geschlechtsorganen produziert werden und besondere, mit der Zeugung zusammenhängende Reaktionen auslösen.

    Wirkung im engeren Sinn

    weibliche Geschlechtshormone:

    Aus dem weiblichen Eierstock treten zwei Stoffe ins Blut über, welche den Ablauf des Menstruationszyklus regulieren: Ovarialhormone (unter anderem Hormone aus der Gruppe der Östrogene, z.B. Östriol) und Gelbkörperhormone (Corpus-luteum-Hormone, enthalten die Gruppe der Östrogene und der Gestagene, ein Gestagen ist z.B. Progesteron).

    Die Östrogene entstehen im Follikel (daher auch Follikelhormone) des reifenden Eies und bereiten die Schleimhaut der Gebärmutter auf dessen Aufnahme vor. Außerdem haben sie eine anabole Wirkung (anabole Steroide) auf den Gewebsstoffwechsel und den Kreislauf.

    Die Gestagene entstehen in dem Gelbkörper, der nach dem Platzen des Follikels entsteht, und beeinflussen die Gebärmutter in dem Sinne, dass das eingenistete befruchtete Ei nicht abgestoßen wird. Kommt kein befruchtetes Ei in die Gebärmutter, so geht der Gelbkörper rasch zu Grunde. Die dann wieder überwiegenden Östrogene verursachen das Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut und die Blutung. Wird Progesteron aber dauernd gebildet oder künstlich zugeführt, so entsteht kein neues Ei mehr (Ovulationshemmung). männliche Geschlechtshormone:

    Die männlichen Hormone (Androgene) entstehen vornehmlich im Hoden (Testikel) und heißen daher auch Testikelhormon. Auch diese bestehen aus mehreren nahe verwandten chemischen Verbindungen (Testosteron, Androsteron usw.). Sie lösen die Erregung der männlichen Geschlechtsorgane aus, den Bartwuchs usw. Auf den Stoffwechsel und den Blutkreislauf wirken sie ähnlich wie die Östrogene. Chemisch stehen sie dem Progesteron nahe, das für sich allein tatsächlich leicht vermännlichende (virilisierende) Eigenschaften hat.

    3. Wirkung im weiteren Sinn

    Durch das erste Auftreten der Geschlechtshormone wird ein Abschnitt der kindlichen Entwicklung abgeschlossen, es beginnt die Zeit der Pubertät: Aus Kindern werden Jugendliche. Oft tritt unter der anabolen Wirkung der Geschlechtshormone noch ein Wachstumsschub ein, meist bremsen die Geschlechtshormone in größeren Konzentrationen aber das Wachstum. Nach dem Ende der Zeugungsfähigkeit lässt die Bildung der Geschlechtshormone besonders bei Frauen rasch nach, während sie bei Männern oft bis ins hohe Alter anhält. Das Nachlassen der Produktion von Geschlechtshormonen äußert sich nicht nur in Kreislaufschwäche (Wechselbeschwerden, siehe Klimakterium), sondern in katabolem Stoffwechsel mit Nachlassen aller Organfunktionen, besonders der Muskelkraft, auch der des Herzmuskels und der Spannkraft der Haut und der Schleimhäute.

    Steuerung der Produktion

    Die Geschlechtshormone entstehen nicht nur in den Keimdrüsen, sondern auch in anderen Drüsen. Dort ist ihre Menge aber so gering, dass sie nur in Ausnahmefällen (Tumore) deutliche Wirkungen ausüben. Der Mutterkuchen produziert größere Mengen von Geschlechtshormonen, die für den Fortgang der Schwangerschaft wichtig sind.

    Die Produktion der Geschlechtshormone wird durch Hormone der Hirnanhangdrüse gesteuert, die aber nicht zu den Geschlechtshormonen im strengen Sinne zählen, sondern Gonadotropine heißen. Auch im Mutterkuchen entstehen große Mengen Gonadotropin (Choriongonadotropin), das zum Schwangerschaftsnachweis benutzt wird. Insbesondere der zyklische Ablauf der weiblichen Zeugungsphasen wird vom Gehirn gesteuert, weswegen die Monatsblutung mitunter auch während der Schwangerschaft weiter eintritt, obwohl der Zyklus der Geschlechtshormone dann unterbrochen ist. Eine Störung der Gonadotropinbildung hat andererseits nicht unbedingt eine Unterbrechung der Menstruationsperiode zur Folge (anovulatorische Zyklen), doch erlischt damit die Zeugungsfähigkeit.

    künstliche Geschlechtshormone

    Seitdem es A. Butenandt 1929 gelang, das Östron (eines der drei so genannten klassischen Östrogene) aus dem Harn schwangerer Frauen rein darzustellen und 1932 seine Strukturformel aufzuklären, wurde in rascher Folge die chemische Struktur aller Geschlechtshormone bekannt, so dass man sie jetzt auch künstlich herstellen kann, und zwar auch in leicht abgeänderter Form, durch die sie allen medizinischen Erfordernissen (Magengängigkeit, Depotpräparate usw.) gerecht werden.


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