Gefühl

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    psychophysiologische Zustandsveränderungen, die durch äußere oder innere Reize oder durch Erkenntnis- und Wahrnehmungsprozesse ausgelöst werden können. Gefühle oder Emotionen können sehr unterschiedliche Erlebnisweisen und Erlebnisqualitäten besitzen. Intensive und kurzzeitige Gefühle nennt man Affekte; im Vergleich mit dem Affekt ist das Gefühl von längerer Dauer. Beim Gefühl handelt es sich ein grundlegendes Ereignis der subjektiven Wahrnehmung und des subjektiven Erlebens. Das erlebende Individuum nimmt aus seiner seelischen Befindlichkeit heraus in seiner Wahrnehmung entweder positiv oder negativ eine Wertung zur Umwelt vor.

    Seit der Zeit der Aufklärung wird das Gefühl neben dem Denken und dem Wollen als eines der seelischen Grundvermögen eingestuft. Im weiteren Sinne wird es auch auf körperliche Empfindungen bezogen und als unbegründetes Ahnen gesehen. Das Gefühl ist der Stimmung ähnlich, wobei dem Gefühl in Abgrenzung zur Stimmung schon konkretere und genauere Erlebnisse zu Grunde liegen.

    Seit Beginn der psychologischen Forschungen wurden Gefühle eingeteilt und kategorisiert, so in die Elemente Lust und Unlust, in niedere und höhere, geistige und leibliche Gefühle. W. Wundt propagierte die drei Kombinationen Lust-Unlust, Erregung-Beruhigung, Spannung-Lösung. Dann gibt es die Unterteilung in Funktionalitäten (sinnlich, leiblich, triebnah, geistig, seelisch und persönlichkeitsabhängig), die z.B. von M. Scheler und H. Rohracher vorgenommen wurde. Weitere Differenzierungen werden nach den Formen der Gefühle vorgenommen, so nach Tiefe, Echtheit, Zweckgebundenheit, Dauer und Absicht.

    Über die Entstehung von Gefühlen gibt es mehrere Theorien, einmal werden sie als unmittelbar und originär angesehen, dann werden sie auf physische Vorgänge (in Bezug auf das vegetative Nervensystem) oder auf andere seelische Vorgänge bezogen. Die Unterschiede zwischen den individuellen Gefühlen sind Gegenstand der Persönlichkeitspsychologie.


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