Fuge (Musik)

    Aus WISSEN-digital.de

    (lateinisch: fuga, "Flucht")

    mehrstimmiges Instrumental- oder Vokalstück mit eigenständig geführten Stimmen. Ein Thema (Soggetto), zunächst von der ersten Stimme vorgetragen, wandert im Folgenden nacheinander in alle anderen Stimmen (eines Instruments oder verschiedener Instrumente). Dabei wird der erste Einsatz in der Grundtonart Dux genannt (wie auch im weiteren Verlauf jeder Themeneintritt in der Grundgestalt Dux genannt wird), der zweite Einsatz (meistens in der Oberquinte bzw. Unterquarte) Comes. Dabei nennt man die Beantwortung des Dux durch den Comes real, wenn das Soggetto genau in der transponierten Gestalt erklingt, tonal beantwortet hingegen, wenn das Soggetto in seiner Intervollkonstellation der Tonart angepasst ist.

    Vorläufer der Fuge ist das Ricercar (im Sinne des Fugenricercars besonders durch G. Frescobaldi entwickelt, in Deutschland unter anderem durch D. Buxtehude), wobei sich beide Begriffe nicht immer klar trennen lassen.

    Der Abschnitt, der die Einsätze aller Stimmen umfasst, heißt Exposition. Nach einem Zwischenspiel, das thematisch gebunden sein kann, folgt eine beliebige Anzahl von Durchführungen. Darin wird das Thema der Exposition variiert, umgekehrt, vergrößert oder verkleinert (Augmentation und Diminuition), in verschiedenen Stimmkombinationen und Tonarten bearbeitet oder enggeführt (siehe auch Engführung). Kleinere Zwischenspiele innerhalb einer Durchführung oder auch der Exposition nennt man Binnenzwischenspiele. Eine Fuge mit zwei, drei oder vier Themen heißt Doppel-, Tripel- oder Quadrupel-Fuge, eine Fuge deren Themeneinsätze schon in der Exposition enggeführt werden Engführungsfuge.

    Besonders dominiert hat die Fugen-Technik die Musik des Barock. In der Klassik integrierten Haydn, Mozart und Beethoven häufig Fugen in ihre Streichquartette und Symphonien und kombinierten diese mit der Form des Sonatensatzes. Im 19. Jh. wurde sie besonders in der Chor- und Kirchenmusik noch gepflegt.

    Als bedeutendster Meister der Fuge gilt J.S. Bach (unter anderem "Das wohltemperirte Clavier" Teil I (1722) und II (1738–42), BWV 846-893; "Die Kunst der Fuge", BWV 1080 (1745–52) sowie zahlreiche Orgelfugen mit vorangestelltem Präludium, Chorfugen etc.). Die musikalische Auseinandersetzung mit Bach hat auch im 20. Jh. zahlreiche Komponisten zu modernen Fugenkompositionen veranlasst, deren Reiz sich immer durch das Verhältnis von Kontrapunkt und moderner Harmonik ergibt, etwa bei I. Strawinsky (Konzert für zwei Klaviere), A. Berg ("Wozzeck"), P. Hindemith ("Ludus tonalis"), B. Bartók, D. Schostakowitsch (24 Präludien und Fugen, op. 87) oder A. Schönberg.

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