Fußball

    Aus WISSEN-digital.de

    1. Einleitung

    Fußball ist das weltweit beliebteste Ballspiel. Es wird von zwei Mannschaften mit je zehn Feldspielern und einem Torwart bestritten und von einem Schiedsrichtergespann aus einem Schiedsrichter und zwei Schiedsrichterassistenten geleitet. Ziel ist es, ein Tor zu erzielen bzw. zu verhindern. Es gewinnt diejenige Mannschaft, die mehr Tore erzielt hat als die gegnerische. Siehe auch Frauen-Fußball.

    2. Regeln in Kürze

    Spielfeld

    Gespielt wird auf einer rechteckigen Rasenfläche mit 90-120 m Länge und 45-90 m Breite. Die Mittellinie trennt das Spielfeld in zwei Hälften, der Mittelkreis markiert das Spielfeldzentrum und beinhaltet den so genannten Anstoßpunkt.

    Die beiden Tore, je in der Mitte der Außenlinien postiert, sind 2,44 m hoch und 7,32 m breit. Vor dem Tor befindet sich der Strafraum (16,50 m x 40,32 m) mit dem Elfmeterpunkt. An den vier Ecken des Spielfeldes sind vier Eckfahnen angebracht, die auf den Eckpunkt verweisen.

    Spielgerät

    Hohlball aus Leder oder Kunststoff, der zwischen 396 und 453 g schwer ist und einen Umfang von 68 bis 71 cm aufweist.

    Spielzeit

    Die Spielzeit beträgt zwei Mal 45 Minuten mit einer Halbzeitpause von maximal 15 Minuten; bei längeren Unterbrechungen wird nach der regulären eine zusätzliche Spielzeit veranschlagt, die so genannte Nachspielzeit, deren Länge im Ermessen des Schiedsrichters liegt (in der Regel zwei bis vier, höchstens ca. sechs Minuten). Darf ein Spiel nicht unentschieden enden, kommt es zu einer Verlängerung von zwei Mal 15 Minuten und zu einem Elfmeterschießen, wenn keine Mannschaft in dieser Zeit das Spiel für sich entscheiden konnte.

    Spieleröffnung

    Zu Spielbeginn losen die Spielführer der beiden Mannschaften um das Recht, die Seite wählen und das Spiel mit Anstoß am Anstoßpunkt eröffnen zu dürfen.

    Torerfolg

    Ziel ist es, den Ball in das gegnerische Tor zu befördern; dazu muss der Ball in seinem vollen Umfang die Torlinie überquert haben; auch Eigentore, also von einem Spieler der eigenen Mannschaft erzielte Tore, sind gültig. Ungültig sind Tore, die aus der so genannten Abseitsposition geschossen wurden.

    Abseits

    Abseits ist gegeben, wenn ein angreifender Spieler im Moment der Ballabgabe näher am gegnerischen Tor ist als der Ball und sich nicht mindestens zwei Spieler der gegnerischen Mannschaft näher an der Torlinie befinden als er. Bei Abseits erhält die verteidigende Mannschaft einen Freistoß. Problematisch zu entscheiden ist die Situation, wenn sich je ein Feldspieler der beiden Mannschaften zum Zeitpunkt der Ballabgabe auf gleicher Höhe befinden und der angreifende Spieler zu einem Torerfolg kommt. Hieraus ergibt sich keine Abseitssituation.

    Regelverstoß

    Der Schiedsrichter, assistiert von zwei Schiedsrichterassistenten (früher: Linienrichter), beaufsichtigt die Einhaltung der Regeln und ahndet Verstöße mit Ermahnungen oder Strafen. Alle Entscheidungen sind Tatsachenentscheidungen, d.h. auch eventuelle Fehlentscheidungen behalten ihre Gültigkeit.

    • Handspiel: Mit Ausnahme des Torwarts (innerhalb des Strafraumes) darf kein Spieler den Ball mit Händen oder Armen berühren; bei absichtlichem Handspiel entscheidet der Schiedsrichter auf Freistoß, im Strafraum auf Elfmeter. Außerhalb des Strafraumes darf auch der Torwart den Ball nicht mit Händen oder Armen berühren, Regelverstoß wird mit Freistoß und in der Regel mit Platzverweis bestraft.
    • Fouls: Absichtliches Treten, Stoßen, Halten, Ziehen und ähnliches wird als Foul geahndet. Je nach Schwere des Fouls erhält der Spieler, der den Regelverstoß begangen hat, eine gelbe (Verwarnung) oder eine rote Karte (Platzverweis). Das Spiel wird entweder durch Freistoß für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt oder durch Geltendmachung des Vorteils (gegnerische Mannschaft befindet sich vorteilhaft in Ballbesitz) ohne Unterbrechung weitergeführt. Innerhalb des Strafraumes wird auf Elfmeter (Strafstoß) entschieden.
    • Schiedsrichterbeleidigung/ Unsportlichkeit: Bei Verhalten dieser Art liegt es im Ermessen des Schiedsrichters, den Spieler zu verwarnen oder des Feldes zu verweisen. Verwarnt wird beispielsweise auch zu ausgiebiger Jubel nach Torerfolg.

    Gelbe/ Rote Karte

    Bei Regelverstoß kann der Schiedsrichter den betroffenen Spieler mit einer gelben Karte verwarnen; bei wiederholtem Regelverstoß erhält der Spieler die gelb-rote Karte, d.h. er muss das Spielfeld verlassen, ist jedoch nur für das laufende Spiel gesperrt. Bei grobem Regelverstoß erhält der Spieler die rote Karte, die eine längere Spielsperre zur Folge hat.

    3. Die Mannschaften

    Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, wobei die Spieler einer Mannschaft durch das Tragen des gleichen Trikots identifiziert werden. Die Aufstellung einer Mannschaft wird durch die jeweilige Taktik bestimmt, die vom Trainergespann festgelegt wird. Ausschlaggebend ist das taktische Ineinandergreifen der Abwehr, des Mittelfeldes und des Sturms. Spielsysteme unterscheiden sich durch eine offensivere (angriffsfreudigere) oder defensivere (auf das Verteidigen der eigenen Hälfte ausgerichtete) Spielweise.

    Der Torwart nimmt eine Sonderstellung ein: Seine Bekleidung hebt sich von der der Feldspieler farblich deutlich ab, er trägt spezielle Handschuhe und darf den Ball im Strafraum fangen, fausten und Ähnliches. Relativ neu ist die Rückpassregel: Um Spielverzögerungen zu verhindern, ist es dem Torwart untersagt, bei absichtlichem, mit dem Fuß ausgeführten Rückpass eines Spielers aus der eigenen Mannschaft den Ball mit der Hand aufzunehmen. Verstoß dieser Regel wird mit indirektem Freistoß bestraft. In jüngster Zeit setzen sich immer mehr so genannte spielende Torhüter durch, die sich durch sicheres Ballspiel auch mit dem Fuß in das Spiel einschalten.

    Während eines Spiels dürfen, je nach Turniermodus, maximal vier Auswechslungen vorgenommen werden (drei Feldspieler und ein Torwart). Steht bei Verletzung kein Auswechseltorwart mehr zur Verfügung, darf ein Feldspieler diese Rolle übernehmen.

    4. Ligen und Turniere

    Viele Länder tragen ihre nationale Meisterschaft in einem Ligensystem aus, in dem jede der beteiligten Mannschaften gegen jede - daheim und auswärts - antritt. Für einen Sieg gibt es drei Punkte, für ein Unentschieden einen und für eine Niederlage keinen Punkt. Bei Punktegleichheit entscheidet die Tordifferenz, bei gleicher Differenz die höhere Anzahl der erzielten Tore.

    Viele Turniere (Pokalwettbewerbe, Endrunden bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften etc.) werden im K.-o.-System absolviert, wobei der Sieger entweder in einem Spiel oder im Hin- und Rückspiel ermittelt wird. Bei letzterer Variante zählen die auswärts erzielten Tore doppelt.

    Besonders die großen Meisterschaften wie die europäische Champions League (vorher: Landesmeisterpokal) oder die alle vier Jahre stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaften und Europameisterschaften sind bedeutende Großereignisse; der Gewinn einer solchen Meisterschaft ist mit hohem Prestige und mit Vermarktungsmöglichkeiten der Spieler verbunden.

    5. Geschichte

    Undeutliche Spuren verweisen auf fußballähnliche Spiele in China und in der Antike, im Mittelalter gab es Mixturen aus Fußball und den späteren Sportarten Golf, Kricket und Rugby.


    Seine Entwicklung nahm der Fußballsport in England, wo sich - speziell um die Frage kreisend, ob der Ball auch getragen werden dürfe - im vorigen Jahrhundert im wesentlichen jene Regeln entwickelten, die auch noch heute grundsätzlich gelten. Nach Gründung des englischen Verbandes (FA) 1863 nahm das Spiel immer stärker seine Gestalt an: 1869 Verbot des Handspiels und Einführung des Torwarts, 1874 feste Querlatte des Tores, 1877 Platzverweis, 1882 beidhändiger Einwurf, 1891 Elfmeter. Der erste Klub wurde 1855 in Sheffield gegründet, das erste Länderspiel (England-Schottland) fand 1872 statt und endete 0:0. In Deutschland entstand der erste Klub 1878 in Hannover, ab 1899 gab es die ersten Ländervergleiche (so genannte "Ur-Länderspiele") und 1903 die erste deutsche Meisterschaft, die der VfB Leipzig gewann. Der Internationale Verband (FIFA) wurde 1904 gegründet, ihm gehören 168 Landesverbände an, darunter der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Mit Ausnahme von Los Angeles 1932 (die Amerikaner hatten den schon weltweit populären Fußball nicht akzeptiert) war diese beliebteste und weit verbreitetste Mannschaftssportart seit 1900 bei allen Olympischen Spielen vertreten.


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    1885 Das Deutsche Reich übernimmt die Schirmherrschaft über Deutsch-Ostafrika.
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