Fritz Joachim Raddatz

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    deutscher Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizist; * 3. September 1931 in Berlin, † 26. Februar 2015 in Zürich (Schweiz)

    studierte nacheinander Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Amerikanistik. 1958 wurde er stellvertretender Direktor des DDR-Verlages Volk und Welt, dann ging er nach München und wurde Cheflektor des Kindler-Verlages. 1960 wechselte er zum Rowohlt-Verlag, wo er als stellvertretender Leiter bis 1969 tätig war.

    Dann berief ihn der "Spiegel" an das Institut für Projektstudien, das nach Raddatz' Ausscheiden 1971 wieder aufgegeben wurde. Schon während dieser Jahre wirkte er als Privatdozent an der Technischen Universität von Hannover und lehrte dort Neuere Deutsche Literatur. 1977-85 war Raddatz Feuilleton-Chef der "Zeit".

    Auch als Verfasser wichtiger zeitgenössischer Untersuchungen machte er sich einen Namen. 1961 veröffentlichte er eine Biografie über Kurt Tucholsky; weitere Werke: "Erfolg und Wirkung? Schicksale politischer Publizisten in Deutschland" (1972), "Georg Lukacs - eine Monographie", "Karl Marx - Eine politische Biografie", "Warum ich Marxist bin" (1978), "Revolte und Melancholie" (1979), "Unruhestifter" (2003, Autobiografie).

    Darüber hinaus leistete er mehrere Beiträge in Sammelbänden und tat sich auch als Übersetzer hervor. Raddatz drehte ca. 20 Fernsehfilme, unter anderem über Ezra Pound, Louis Aragon, Bert Brecht, Paul Wunderlich und Tucholsky; letzterer wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Als Vorsitzender der Kurt-Tucholsky-Stiftung verwaltete er dessen kulturelles Erbe, desgleichen war er seit 1966 Mitglied im PEN-Zentrum.

    Kalenderblatt - 15. Juli

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    1933 Italien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien schließen den so genannten "Viererpakt" ab, dessen Ziel lautet, "die Solidarität in Europa zu verstärken und das Vertrauen auf den Frieden zu festigen".
    1975 Island erklärt den "Kabeljaukrieg", indem es seine Fischereizonen von 50 auf 200 Seemeilen erweitert.