Franz von Assisi
Aus WISSEN-digital.de
italienischer Ordensstifter; * 1181 oder 1182 in Assisi, † 3. Oktober 1226 in Assisi
Heiliger; eigentlich: Giovanni Bernardone; auch: Franziskus;
Inhaltsverzeichnis
Bedeutung
Franz von Assisi zählt zu den bedeutendsten religiösen Persönlichkeiten der Kirchengeschichte. Er entsagte, nachdem er im Städtekrieg zwischen Assisi und Perugia gekämpft hatte und in Gefangenschaft geraten war, allem Besitz. Um 1210 gründete er den Orden der Minderen Brüder oder Minoriten (Erster Orden) - daraus entwickelte sich der Orden der Franziskaner, der heute weltweit der größte ist.
Die Ordensregeln
Franziskus predigte die radikale Armut und die tätige Nächstenliebe. Diese Prinzipien bildeten die Grundlagen der von ihm aufgestellten, später verloren gegangenen ersten Ordensregeln. Nach dem Vorbild des Heiligen und mit seiner Zustimmung gründete Klara von Assisi 1212 den Orden der Klarissinnen, einen weiblichen Zweig der Franziskaner (Zweiter Orden).
Weiteres Wirken
In der Folgezeit zog Franz predigend in Europa umher. Einige seiner Predigten, "Laudes" und "Sonnengesang", sind erhalten. Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Heidenmission. So versuchte er im Rahmen des 5. Kreuzuges, in Ägypten zu missionieren. Anfang der 1220er Jahre gründete er den Orden der Franziskanertertiare (Dritter Orden), der es auch Menschen, die sich nicht vollständig von ihren weltlichen Verpflichtungen trennen wollten, ermöglichen sollte, gemäß den Idealen des Franziskus zu leben. 1223 wurde der Franziskanerorden von Papst Honorius III. anerkannt.
Stigmatisierung
Um 1224 erfuhr Franz die Stigmatisierung, die er aber aus Demut und Bescheidenheit verbarg, so dass sie erst nach seinem Tod entdeckt wurde. An den Händen, an den Füßen und an der Seite wies er Wundmale auf, die denen von Jesus glichen. Franz' Achtung vor allen Lebewesen führte zu volkstümlichen Sagen, in denen er angeblich mit Tieren sprechen kann.
Kanonisation
Franz von Assisi ist unter anderem Patron von Italien, von Assisi, der Armen, der Blinden, der Weber und Schneider. Bereits zwei Jahre nach seinem Tod wurde er heilig gesprochen.
Fest: 4. Oktober.
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