François Mitterrand

    Aus WISSEN-digital.de

    französischer Politiker; * 26. Oktober 1916 in Jarnac, Charente, † 8. Januar 1996 in Paris

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    François Mitterand

    Mitterand studierte in Paris Philologie, Recht und Politik. 1939 wurde er als Unteroffizier der Kolonialinfanterie eingezogen, 1940 geriet er verwundet in deutsche Gefangenschaft. Der dritte Ausbruchsversuch gelang, er schlug sich zunächst nach Vichy durch und unternahm riskante Missionen für die Widerstandsbewegung nach Algier und London.

    De Gaulle ernannte ihn 1944 zum Generalsekretär für Kriegsgefangene und Deportierte - ein Fachgebiet, in dem er über mehrere Jahre hinweg in wechselnden Funktionen mehrere französische Regierungen überdauerte, zumeist als Minister. Er war aber auch Übersee- und Staatsminister, dies immer als Mitglied der UDSR, der Partei linksrepublikanischer Widerstandskämpfer. Nach seiner Zeit als Innen-, dann als Justizminister spaltete sich die Widerstandsunion und erlitt eine schwere Wahlniederlage. Mitterrand rückte dennoch in das Parlament ein und wurde außerdem 1959 zum Bürgermeister von Chäteau-Chinon gewählt und in diesem Amt immer wieder bestätigt.

    Er sammelte "La gauche", die Linke, gegen de Gaulle, dessen Liquidierung des Kolonialreiches (Algerienkrise) er jedoch unterstützte. Versuche, mit neugegründeten Linksparteien de Gaulle abzuwählen, misslangen ihm. 1971 stieg Mitterrand zum Parteichef der neu konstituierten Parti Socialiste (PS) auf, die er zur stärksten Kraft der französischen Linken vor den Kommunisten ausbaute

    Nach dem Tod Pompidous kandidierte er 1974 für die Präsidentschaftswahlen und unterlag knapp gegen Giscard d'Estaing. Der Gegensatz von Kommunisten und Sozialisten in Frankreich verschärfte sich. Im Herbst 1979 schien eine neue Annäherung dieser beiden Parteien denkbar, doch wurde von den Sozialisten die unterwürfige Haltung der Kommunisten zum Einmarsch der Sowjetarmee in Afghanistan 1980 deutlich abgelehnt.

    Bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 1980 vermochte sich Mitterrand im zweiten Wahlgang mit 51,7 % der Stimmen gegen den bisherigen Präsidenten Giscard d'Estaing (48,24 %) durchzusetzen. Auch die von Mitterrand angeordneten Neuwahlen der Nationalversammlung stärkten die Sozialisten, während die Kommunisten die Hälfte ihrer bisherigen Mandate verloren. Dennoch nahm Mitterrand vier Kommunisten als Minister in sein Kabinett auf.

    Als Staatspräsident (1981-95) führte Mitterrand das gaullistische Erbe der Festigung der französischen Weltmachtrolle bei gleichzeitiger Förderung des europäischen Einigungsprozesses unter besonderer Berücksichtigung eines betont freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Frankreich und Deutschland ungebrochen fort. Er setzte sich nachdrücklich für den Nachrüstungsbeschluss der NATO und den Bau der Neutronenwaffe ein.


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