Flüchtlinge

    Aus WISSEN-digital.de

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    Koreanische Zivilisten auf der Flucht, 1951

    Personen, die gezwungenermaßen ihren Heimatort oder ihr Heimatland verlassen müssen. Die Fluchtgründe können politischer, religiöser, ethnischer oder anderer Natur sein; häufig sind auch existenzielle Notlagen oder Naturkatastrophen die Ursache.

    Zuständig für Flüchtlinge auf internationaler Ebene ist das Flüchtlingshiflswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Politische Flüchtlinge genießen den Schutz des Genfer Abkommens (1949). Durch mehrere Resolutionen der UN-Vollversammlung ist der Begriff des Flüchtlings auch auf jene Personengruppen ausgedehnt worden, die vor Krieg und Katastrophen fliehen. Nach dem Wort des UN-Flüchtlingskommissariats gilt die Bezeichnung Flüchtling für die Menschen, die fliehen, "weil sie müssen, nicht, weil sie wollen".

    Anerkennung und Aufnahme von Flüchtlingen liegt im Ermessen von Einzelstaaten.

    In Deutschland sind folgende Gruppen zu unterscheiden: die Vertriebenen, d.h. jene Deutschen, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Siedlungsgebiete in Ost- und Südosteuropa aufgeben mussten (insgesamt rd. 12,5 Mill.), und die Flüchtlinge aus dem Gebiet der DDR, die zwischen 1949 und 1989 aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen in den Westen flohen. Eine Sondergruppe bilden die deutschstämmigen Aussiedler, von denen 2000 rund 95 000 nach Deutschland kamen. In der Gegenwart steigt die Zahl der Flüchtlinge stark an. Besonders betroffen ist die Bevölkerung der Dritten Welt, v.a. Asiens und Afrikas. Flüchtlinge aus übergroßer wirtschaftlicher oder sozialer Not werden als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet.


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    Flüchtlingscamp türkischer Zyprioten 1964

    Weltweit sind im 20. Jahrhundert folgende große Flüchtlingsbewegungen herauszustellen: Massenzwangswanderungen als Folge des Zerfalls des Osmanischen Reiches, Flucht von ca. 3 Millionen Menschen im Ersten Weltkrieg, Deportationen in Russland unter der Herrschaft Josef Stalins (Stalinismus), Flucht von Hunderttausenden vor dem Faschismus im Deutschen Reich, Italien und Spanien vor und während des Zweiten Weltkriegs, Flucht vor der kommunistischen Herrschaft im Zusammenhang mit dem Ost-West-Konflikt, Umsiedlungen im Zusammenhang mit der Auflösung der europäischen Kolonialherrschaft in Nordafrika und Ostasien, Flüchtlingsströme in der Dritten Welt als Folge der Neubildung von Staaten, Unabhängigkeits-, Sezessions- und Bürgerkriegen, ethnischer Konflikte und Militärputschen.


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