Filmgeschichte

    Aus WISSEN-digital.de

    Anfänge

    Vorläufer des eigentlichen Films waren das 1832 erfundene Lebensrad (Zoetrop) und das Stroboskop. 1895 fanden in Paris und Berlin die ersten öffentlichen Vorführungen statt, die dazu notwendigen Geräte waren kurz zuvor von T.A. Edison (Kinetoskop), den Brüdern Lumière (Kinematograf) und O. Meßter und M. Skladanowsky (Bioskop) entwickelt worden.


    Straßenszenen, Sportereignisse und politische Geschehnisse waren die Themen der ersten Dokumentar-Stummfilme. Erste Versuche mit Trickszenen machte G. Mélies ("Die Reise zum Mond", 1902). In Italien drehte L. Maggi die ersten Historienfilme, u.a. "Die letzten Tage von Pompeji" (1908). Die 1920er Jahre standen im Zeichen des Experimentierens mit neuen Techniken und Stilmitteln; der surrealistische Film (L. Buñuel, S. Dalí) hatte seinen Höhepunkt.

    Die künstlerische Entwicklung wurde in Amerika maßgeblich von D.W. Griffith und C.S. Chaplin beeinflusst. Meister des Slapstick waren auch B. Keaton, H. Lloyd sowie S. Laurel und O. Hardy.

    In Deutschland entstand 1917 die Filmgesellschaft Ufa (Universum-Film-AG). Bedeutende Regisseure des frühen deutschen Films sind u.a. F.W. Murnau ("Nosferatu",1922), F. Lang ("Dr. Mabuse", 1922). R. Wienes Film "Das Kabinett des Dr. Caligari" (1920) gehört zu den Meisterwerken des expressionistischen Films.

    1919 wurde die Filmindustrie des Zarenreichs verstaatlicht und in Moskau die erste Filmhochschule der Welt gegründet. Aus der sowjetischen Filmproduktion ragen v.a. W. Pudowkin ("Das Ende von St. Petersburg", 1927) und S.M. Eisenstein ("Panzerkreuzer Potemkin",1925) heraus, dessen effektvolle Einstellungen Filmgeschichte schrieben.

    Der Tonfilm

    1927 wurde in den USA ("The Jazz Singer", 1927), 1929 in Deutschland der Tonfilm eingeführt; es begann der Siegeszug des Musikfilms. Weltberühmt wurden die Tanzfilme mit F. Astaire und G. Rogers ("Swing Time", 1936). Daneben entwickelten sich weitere Genres. Bedeutende Regisseure waren unter anderen J. Ford (Western), E. Lubitsch (Komödien) und J. Whale (Horrorfilm). "Citizen Kane" (1941) von O. Welles wurde wiederholt zum besten Film aller Zeiten gewählt.

    Der Farbfilm setzte sich 1935 von den USA aus durch ("Vom Winde verweht", 1939); die Studios von W. Disney produzierten seit den 1930er Jahren zahlreiche Zeichentrickfilme.

    Der deutsche Film lehnte sich mit Musikfilmen zunächst an die amerikanische Entwicklung an. Berühmtheit erlangte "Der blaue Engel" mit M. Dietrich (1930, J. von Sternberg). Die Entwicklung des gesellschaftskritischen Films (G.W. Pabst, S. Dudow, P. Jutzi) wurde durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten unterbrochen, zahlreiche Regisseure gingen ins Exil (u.a. F. Lang, F. Kortner, D. Sirk). Neben propagandistischen Dokumentarfilmen ("Triumph des Willens" von L. Riefenstahl, 1934) und antisemitischen Spielfilmen ("Jud Süß", V. Harlan 1940) entstanden zahlreiche unpolitische Spielfilme, die die Bevölkerung vom Kriegsgeschehen ablenken sollten.

    Der französische Meisterregisseur J. Renoir verfilmte in den 30er Jahren zahlreiche Literaturvorlagen; 1943-45 drehten M. Carné und J. Prévert "Kinder des Olymp".

    Nachkriegszeit

    In den 1950er und 60er Jahren gab es zahlreiche Bestrebungen, den Film mit avantgardistischen Mitteln der Filmerzählung und Darstellungsform zu verändern und zu erneuern; auch gegen die Konkurrenz des Fernsehens galt es, neue Wege zu finden.

    Dazu zählen in Frankreich die "Nouvelle Vague" (z.B. J.-L. Godard, F. Truffaut, C. Chabrol), der italienische Neorealismus (L. Visconti, F. Fellini, R. Rossellini, M. Antonioni, B. Bertolucci) oder auch die Filme von A. Hitchcock und I. Bergman. Anknüpfend an diese Entwicklungen entstand in Großbritannien das "Free Cinema" (T. Richardson) und in den USA das "New Cinema" (z.B. R. Altman, L. Anderson, K. Reisz). Das Genre des Science-Fiction erhielt u.a. durch "2001 - Odyssee im Weltraum" von S. Kubrick neue Impulse.

    In Westdeutschland entstanden nach Kriegsende zahlreiche Filme, die sich mit der Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit befassten, u.a. "Des Teufels General" (1955) und "Die Brücke" (1959) von B. Wicki. Als Gegenbewegung zur Unterhaltungsfilm-Industrie entwickelte sich der "Neue Deutsche Film" (R.W. Fassbinder, W. Herzog, A. Kluge, W. Wenders, V. Schlöndorff); in der DDR drehten zahlreiche bedeutende Regisseure in den Studios der DEFA, u.a. W. Staudte und P. Verhoeven in der Nachkriegszeit, seit den 70er Jahren H. Carow ("Paul und Paula", 1973), K. Wolf ("Solo Sunny", 1979) und H. Seemann ("Levins Mühle", 1980).

    Die Entwicklung des Films wurde durch die großen und wirtschaftlich dominierenden amerikanischen Filmgesellschaften weitergetrieben, häufig jedoch unter überwiegend kommerziellen Gesichtspunkten. Einen eigenständigen Stil entwickelten S. Spielberg, M. Scorcese, F.F. Coppola und W. Allen.

    Von internationaler Bedeutung sind darüber hinaus B. August (Dänemark), L. Buñuel und C. Saura (Spanien), S. Leone als Vertreter des Italo-Westerns, L. Malle, der die Tradition der französischen "Nouvelle Vague" fortführt, R. Polanski und K. Kieslowski (Polen), A. Tarkowskij (Russland), A. Kurosawa (Japan), Zhang Yimou (China) und P. Weir (Australien).

    Der europäische Film erhielt in den 1980er und 90er Jahren neue Impulse z.B. durch S. Frears, P. Greenaway, A. Kaurismäki, D. Buck, S. Wortmann, L. von Trier, Th. Vinterberg.

    Besonders im amerikanischen Film ist die Beliebtheit von Spezialeffekten und Trickelementen ungebrochen; erfolgreich sind neben Katastrophenfilmen ("Titanic", J. Cameron), mehrteiligen Weltraum-Episoden ("Star Wars", G. Lucas) aufwändig inszenierte Historien-Dramen und epische Fantasy-Filme ("Herr der Ringe"-Triologie, P. Jackson, nach einer Buchvorlage von J.R.R. Tolkien) sowie vollständig computeranimierte Filme ("Toy Story", "Die Monster AG", "Shrek").

    KALENDERBLATT - 10. Dezember

    1909 Der deutsche Physiker Karl Ferdinand Braun erhält den Nobelpreis für Physik zusammen mit dem Italiener Guglielmo Marchese Marconi. Beide Forscher haben wertvolle Erkenntnisse auf dem Gebiet der drahtlosen Telegrafie gewonnen. Der deutsche Chemiker Wilhelm Ostwald erhält den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über Katalyse, chemische Gleichgewichte und Reaktionsgeschwindigkeiten.
    1934 Von Otto Neustädter-Stürmer, Bundesminister Österreichs für soziale Verwaltung, werden die Satzungen des Gewerkschaftsbunds erlassen.
    1997 Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth muss einem Entschluss des Verwaltungsgerichts Köln zufolge von der FDP rund 10,4 Millionen DM zurückfordern. Die Partei erhielt im Jahr 1996 im Rahmen der Parteienfinanzierung 12,4 Millionen DM ausgezahlt.



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