Ernst Moritz Arndt

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    deutscher Schriftsteller und Politiker; * 26. Dezember 1769 auf Rügen, † 29. Januar 1860 in Bonn

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    Ernst Moritz Arndt; Gemälde

    studierte 1791-1794 in Jena und Greifswald unter anderem Theologie und Geschichte. Nach der damals üblichen Bildungsreise, die Arndt zu Fuß durch Teile Deutschlands, Ungarns, Italiens und Frankreichs unternahm, wurde er 1800 Privatdozent, später Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Greifswald. Seine Schrift "Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen" (1803) trug zur Abschaffung der Leibeigenschaft in den dortigen Gebieten bei.

    Dem Geschichtsverständnis der Romantik verpflichtet, trat Arndt für das Ideal einer nordisch-germanischen Volkseinheit ein und wandte sich gleichermaßen gegen die französische Vorherrschaft unter Napoleon wie gegen partikularistische Kräfte im Deutschen Reich.

    Arndt floh 1806 vor der französischen Besatzung nach Schweden, kämpfte 1812 an der Seite des preußischen Reformers, des Reichsfreiherrn vom Stein, mit zunehmend aggressiver Propaganda gegen die Napoleonische Herrschaft. Er nahm in Berlin Kontakt auf zu deutsch-national gesinnten Kreisen wie der christlich-deutschen Tischgesellschaft Achim von Arnims, Clemens Brentanos, Kleists und Adam Müllers, zu dem Zirkel um Turnvater Jahn sowie zu studentischen Burschenschaften.

    Nach dem Sturz Napoleons und dem Wiener Kongress stießen Arndts Forderungen nach einer Verfassung und stärkerer politischer Einheit der Staaten des deutschen Bundes auf den Widerstand reaktionärer Adeliger.

    Der österreichische Minister Fürst von Metternich ließ den Großteil von Arndts Schriften verbieten. Zwar erhielt Arndt auf Vermittlung des liberal gesinnten preußischen Staatskanzlers von Hardenberg einen Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der neugegründeten Universität Bonn; schon 1820 wurde er jedoch wegen angeblicher Teilnahme an staatsfeindlichen Geheimzirkeln vom Dienst suspendiert und trotz formellen Freispruchs erst 1840 rehabilitiert. 1848 war Arndt ältester Abgeordneter des Frankfurter Parlaments.

    Den Dichtern des Vormärz galt Arndt als Vorkämpfer ihrer Ideale der Freiheit und Einheit der deutschen Nation. Seine politische Lyrik aus der Zeit der Befreiungskriege war propagandistisches Mittel gegen die französische Vorherrschaft.

    Seine absichtlich derb volkstümlichen, Luthers Bibelsprache entlehnten Verse sollten die preußischen Freiheitskämpfer moralisch aufrüsten. Arndts enthusiastisches Lob soldatischer Tugenden und seine plakative Bildersprache wurden im Nationalsozialismus als Kriegsverherrlichung im Sinne der völkischen Ideologie vereinnahmt.

    Neben seiner politischen Publizistik schrieb Arndt religiöse Lyrik. Einige der zahlreichen Vertonungen seiner Lieder sind bis heute im protestantischen Gemeindegesang gebräuchlich. Im Alter verfasste Arndt außerdem Märchendichtungen, inspiriert von volkstümlichen Geschichten, die er in seiner Jugend auf seiner Heimatinsel Rügen gehört hatte.

    Werke: "Geist der Zeit" (1806-1818), "Kurzer Katechismus für teutsche Soldaten nebst einem Anhange von Liedern" (1813), "Reise durch Schweden im Jahre 1804" (1840), "Meine Wanderungen und Wandelungen mit dem Reichsfreiherrn von Stein" (1858).


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