Elsass (Region)

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    französisches Departement und Landschaft in Frankreich; linksrheinischer Teil des Oberrheins; Tiefebene, nach Westen bis auf den Kamm der Vogesen reichend, nach Osten bis zum Rhein; umfasst die französischen Departements Haut-Rhin und Bas-Rhin. Hauptflüsse: Rhein, im Süden die Ill, im Norden Moder und Zorn. Rund 1,81 Millionen Einwohner; 8 280 km²; mildes Klima; teils deutschsprachige Bevölkerung.

    Landwirtschaft (Getreide-, Tabak-, Hopfen-, Zuckerrüben-, Spargel-, Gemüse- und Weinbau), in der Vogesen Viehzucht und Waldwirtschaft; Bodenschätze: Kalisalze im Oberelsass; Erdöl im Unterelsass. Erdölraffinerien, Nahrungsmittel- Textil-, Automobil- und Maschinenbau- und chemische Industrie, Tourismus.

    Geschichte

    Name von Alesaciones = Alemannen; ursprünglich von Kelten besiedelt, seit dem 1. Jh. v.Chr. Eindringen germanischer Stämme; nach dem Sieg Cäsars über Ariovist (58 v.Chr.) römisch: neue Siedlungen Augusta Rauricorum (Augst bei Basel), Mons Brisiacus (Altbreisach), Argentoratum (Straßburg), Tabernae (Zabern) u.a.; seit der Mitte des 4. Jh.s n.Chr. von Alemannen bewohnt, 496 im fränkischen Reich Chlodwigs, im 7. und 8. Jh. eigene Herzöge, 843-870 beim Reich Lothars, seitdem zum ostfränkischen Reich, seit 925 Teil des Herzogtums Schwaben; Blüte in der sächsischen und staufischen Zeit (neue Burgen der Ministerialen und Städte; Pfalz Hagenau); territoriale Zersplitterung seit 1268 (Ende des Hauses Hohenstaufen): Landgrafschaft Oberelsass (Sundgau) im Besitz der Habsburger; Landgrafschaft Unterelsass unter den Bischöfen Straßburgs; habsburgische Stifte, Reichsvogtei über die Städte; freie Reichsstadt Straßburg; seit 1354 Zehnstädtebund, in dem Hagenau führte; bedeutender Beitrag zur deutschen Geistesgeschichte des Mittelalters und der Reformationszeit (Otfried von Weißenburg, Gottfried von Straßburg, Johannes Tauler, Geiler von Kaysersberg, Wimpfeling, Sebastian Brant, Thomas Murner, Martin Butzer). Im 15. Jh. vergebliche Eroberungsversuche Frankreichs (Armagnaken 1445) und Burgunds (Karl der Kühne); Bauernkrieg 1525; Eroberungsversuche Heinrichs II. (nach der Auslieferung von Metz, Toul und Verdun 1552) vor Straßburg abgewiesen. Im Dreißigjährigen Krieg Elsass Durchmarschgebiet der Spanier, Heimsuchung durch die Schweden und schließlich Vordringen Frankreichs. Im Westfälischen Frieden 1648 Abtretung an Frankreich. Die Reunionspolitik Ludwigs XIV. gipfelte im Raub Straßburgs 1681. Im 18. Jh. rege kulturelle Beziehungen zu Deutschland, Frage nach der nationalen Zugehörigkeit erst durch die Französische Revolution verschärft: restliche deutsche Besitzungen von Frankreich eingezogen, Kampf gegen deutsche Sprache und Kultur, erfolgreich durch die werbende Kraft der Revolutionsideen. 1871 mit Lothringen zu Deutschland; nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu Frankreich; nach heftiger Autonomiebewegung politische Zugeständnisse. Im Zweiten Weltkrieg 1940 deutsche Besatzung; 1944/45 wieder französisch.

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    1932 Ende der deutschen Reparationszahlungen.



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