Dschibuti

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

    Dschibuti (auch Djibouti, amtl. arab. Djumhurijja Djibuti, amtl. frz. République de Djibouti) liegt am Golf von Tadjourah, der sich am äußersten westlichen Ende des Golfs von Aden befindet. Das nordostafrikanische Land am Ausgang des Roten Meeres hat im Südosten Somalia zum Nachbarn, Äthiopien im Süden und Westen und Eritrea im Nordwesten. Die Landesnatur Dschibutis ist trotz der geringen Landesfläche von 23 100 km² - was etwa der Größe des deutschen Bundeslandes Hessen entspricht - abwechslungsreich.

    Es lassen sich zwei Großlandschaften unterscheiden. Zum einen die im Norden des Landes gelegenen Berge, die eine Höhe von bis zu 1 775 m erreichen, zum anderen Wüsten- und Halbwüstenebenen, die von vulkanischen Plateaus im Westen und Süden durchzogen sind. Höchster Berg des Landes ist der Musa Ali mit 2 010 m nahe der Grenze zu Äthiopien und Eritrea. Niedrigster Landespunkt - und damit der niedrigste in ganz Afrika - ist der salzhaltige Assalsee im Zentrum des Landes, der 157 m unter dem Meeresspiegel liegt. Weitere tiefe Senken mit Salzseen verlaufen parallel zum Roten Meer. Das Land besitzt keine Flüsse, die ganzjährig Wasser führen.

    Klima

    In Dschibuti herrscht ein tropisch-heißtrockenes Klima vor, das durch einen staub- und sandhaltigen Wüstenwind, den Chamsin (arabisch "fünfzig", da er gewöhnlich fünfzig Tage nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche auftritt), beeinflusst wird. Die Temperaturen in der mit dem Land gleichnamigen Hauptstadt Dschibuti betragen im Durchschnitt im Januar 25 °C, im Juli 36 °C. Von Oktober bis April sind die Temperaturen etwas niedriger. Im Sommer dagegen können Höchsttemperaturen von über 55 °C erreicht werden, insbesondere im Tadjourabecken, einem der heißesten Gebiete der Erde. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 131 mm, wobei durchschnittlich nur an 19 Tagen im Jahr Regen fällt.

    Flora und Fauna

    Durch den spärlichen Regenfall ist auch die Pflanzen- und Tierwelt Dschibutis geprägt. Besonders eingeschränkt ist die Flora. Sie weist nur wenige für Halbwüsten typische Pflanzen auf wie zum Beispiel Wüstensträucher. An der Küste wachsen Mangroven, in der Bergregion bestehen kleine Waldgebiete.

    Landestypische Tiere sind Antilopen, Gazellen, Hyänen, Schakale und Strauße. Die Meere vor der Küste sind im Gegensatz zum Land sehr artenreich. Neben vielen anderen Fischarten finden sich Thunfische und insbesondere Barrakudas, die auch Pfeilhechte genannt werden.

    Bevölkerung

    Etwa 480 000 Einwohner (Agglomeration) zählt die Hauptstadt des Landes, Dschibuti-Stadt. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund 712 000 Einwohnern bedeutet dies, dass nur etwa ein Drittel der Bevölkerung Dschibutis außerhalb der Stadtgrenzen wohnt und das Land zu Recht als Stadtstaat bezeichnet wird. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung gehören somalischen Ethnien an. Die Afar stehen den im Süden lebenden Issa, die zur Somalivolksgruppe gehören, feindlich gegenüber. Rund ein Fünftel der Bevölkerung zählt sich zur Volksgruppe der Afar, die im Norden des Landes leben. Es handelt sich um Hirtennomaden, deren überwiegender Teil auf dem Staatsgebiet von Eritrea und Äthiopien lebt. Ihre Muttersprache ist Kuschitisch, das zu der hamitosemitischen Sprachengruppe zählt. 12 % der Bevölkerung werden von anderen Gruppen gestellt, darunter größere Minderheiten an Europäern und Arabern. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Äthiopien und Eritrea bzw. Somalia haben überdies zahlreiche Flüchtlinge in die dschibutischen Städte strömen lassen, so dass die Zugewanderten einen großen Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmachen.

    Obwohl sowohl die Issa als auch die Afar kuschitische Dialekte sprechen, können sich die Bewohner Dschibutis nicht untereinander verständigen, wenn sie den jeweils anderen Dialekt nicht sprechen. Die arabische und die französische Sprache dient als Brücke zwischen den Ethnien.

    Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung gehört dem sunnitisch-moslemischen Glauben an, etwa 6 % sind Christen.

    Die Lebenserwartung in Dschibuti beträgt nur 43 Jahre; die Bevölkerung wächst im Schnitt um 2 %. 68 % der Bevölkerung können lesen und schreiben.

    Politisches System

    Seit einer Volksabstimmung im Jahr 1992 ist Dschibuti laut Verfassung eine präsidiale Mehrparteien-Demokratie, dennoch fand erst 2003 die erste Mehrparteienwahl statt. Staatsoberhaupt mit erheblichen Machtbefugnissen ist der Präsident des Landes, der für jeweils sechs Jahre direkt vom Volk gewählt wird (Ismale Omar Guelleh, seit 1999, bestätigt 2005). Gemeinsam mit dem Kabinett, das unter dem Vorsitz eines Ministerpräsidenten (Dileita Mohamed Dileita, seit 2001) steht, übt der Präsident die Exekutivgewalt im Land aus. Legislative ist die Nationalversammlung, die 65 Abgeordnete zählt, die für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt werden.

    Eine Besonderheit, die auf die ethnische Situation im Land eingeht, ist das Gebot an die Parteien, ein ethnisches Gleichgewicht unter ihren Mitgliedern herzustellen.

    Dschibuti hat fünf Verwaltungsdistrikte. Wichtige Parteien und Gruppierungen im Land sind die RPP (Rassemblement Populare pour le Progrès) und die FRUD (Front pour la Restauration de l’Unité de la Démocratie).

    Wirtschaft

    3,5 % des Bruttoinlandproduktes des Landes werden in der Landwirtschaft,16 % in der Industrie und der Rest im Bereich der Dienstleistungen erzielt. Der sehr hohe Anteil des Dienstleistungssektors und seine Rolle als wichtigster Wirtschaftsfaktor erklärt sich aus der Tatsache, dass von Dschibuti aus die einzige direkte Eisenbahnlinie in das benachbarte Addis Abeba in Äthiopien verläuft. Der internationale Hochseehafen in Dschibuti-Stadt wird so zum wichtigen Transithafen für äthiopische Waren und stellt damit eine wichtige Einnahmequelle dar. Eine stabile Währung und eine relativ ruhige innenpolitische Situation haben zahlreiche Banken und Geldinstitute bewogen, sich im Land anzusiedeln, ein Faktor, der ebenfalls zur Entstehung von Dienstleistungsberufen beitrug.

    Die Unfruchtbarkeit der Böden macht die Landwirtschaft zu einem nur in sehr geringem Maße zum wirtschaftlichen Gedeihen beitragenden Bereich. Der Anbau dient primär dem Eigenbedarf der Bevölkerung. Zudem sind auf Grund des Klimas und der Bodenverhältnisse nur etwa 2 % der Landesfläche für den Anbau von Nutzpflanzen geeignet. Etwas über 10 % der Fläche können mit Einschränkung als Weideland genutzt werden. In den artenreichen Gewässern des Meeres dagegen wird erfolgreich Fischfang betrieben. Zudem arbeiten Betriebe an der Küste an der Gewinnung von Meersalz.

    Wichtigste Importgüter Dschibutis sind Nahrungsmittel, Tiere, Textilien, Öl und Maschinen, exportiert werden Felle und Tierhäute. Dschibuti-Stadt ist ein wichtiger Umschlagplatz für den Kaffeehandel. Ein internationaler Flughafen liegt in Dschibuti-Stadt.

    Währung ist der Dschibuti-Franc.

    Republik Dschibuti

    145px 125px
    Djumhurijja Djibuti (arabisch)

    République de Djibouti (französisch)

    Amtssprache Arabisch, Französisch
    Hauptstadt Dschibuti-Stadt
    Staatsform präsidiale Mehrparteien-Demokratie
    Fläche 23.100 km²
    Einwohner 480.000
    Währung Dschibuti-Franc
    Zeitzone UTC+3
    KFZ-Kennzeichen DJI
    Internet-TLD .dj
    Telefonvorwahl 00253

    KALENDERBLATT - 20. September

    1792 Die europäische Koalition, die gegen die französische Revolutionsarmee marschiert, kann in der "Kanonade von Valmy" nur ein Unentschieden erringen. Dieses wird in Paris als riesiger Sieg gefeiert und gibt dem Patriotenheer enormen Auftrieb.
    1819 Der österreichische Staatskanzler Metternich zwingt mit den Karlsbader Beschlüssen dem deutschen Staatenbund sein konservatives Sicherheitsprogramm (unter anderem Zensur, Verbot der Burschenschaften) auf.
    1882 In Berlin werden die ersten elektrischen Straßenlampen Europas angezündet.



    Film und Fernsehen

    Zehn aus fast 300 Fragen zu Film und Fernsehen warten auf Sie. Also: Füße hoch, Popcorn und los!
    Jetzt quizzen!