Digitale Insellösungen: Wenn zu viele Programme zum Problem werden

    Aus WISSEN-digital.de

    Quelle / Copyright: Youtube /ZDFheute Nachrichten

    Ob E-Mails, Buchhaltung oder Logistik: In modernen Betrieben und Organisationen gibt es für nahezu jeden Arbeitsbereich eine passende Software. Was zunächst nach einer praktischen Lösung klingt, kann mit der Zeit jedoch zum Problem werden. Denn wenn jedes Programm unabhängig von den anderen arbeitet, müssen Informationen häufig mehrfach eingegeben werden. So entstehen digitale Insellösungen, die zwar für ihre separaten Aufgabenbereiche funktionieren, aber kaum Schnittstellen miteinander haben. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie solche Inseln vermeiden können.

    Wenn Programme nicht miteinander kommunizieren

    Was genau versteht man nun aber unter einer digitalen Insellösung? Grundsätzlich sind mit Insellösungen isolierte oder eigenständige Systeme gemeint, die in ihrem Partikularbereich funktionieren. In der Energietechnik wird der Begriff der Insellösung sogar wertneutral oder positiv verwendet. Bei einer Solar-Insellösung zum Beispiel handelt es sich um eine Photovoltaikanlage, die völlig autark und getrennt vom öffentlichen Stromnetz funktioniert. Solche Anlagen werden etwa in Wohnmobilen und abgelegenen Berghütten verwendet – oder aber auf einer echten Insel.

    Sprechen wir hingegen von digitalen Insellösungen, ist der Begriff meist weit weniger positiv gemeint. Sie entstehen nämlich vor allem dann, wenn unterschiedliche Programme unabhängig voneinander eingesetzt werden und keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten zum Datenaustausch bestehen. Die einzelnen Systeme können dabei durchaus zuverlässig funktionieren. Zum Problem werden sie dann, wenn Informationen zwischen ihnen übertragen werden müssen.

    Wie Betreiber auf komplexe Systeme setzen können

    Um derartige Probleme zu vermeiden, sollten Unternehmer auf sogenannte ganzheitliche Tools setzen. Damit sind Programme gemeint, die bereichsübergreifend arbeiten und verschiedene Aufgaben innerhalb einer zentralen Anwendung miteinander verbinden. Statt Daten immer wieder manuell zu übertragen, können Informationen an einer Stelle erfasst (Single Point of Truth) und für andere Prozesse verfügbar gemacht werden.

    Das kann insbesondere bei regelmäßig wiederkehrenden Abläufen hilfreich sein. Sogenannte ERP- oder Warenwirtschaftssysteme zum Beispiel verbinden im Einzelhandel oder bei großen Ketten Bestandsmanagement, Bestellwesen, Logistik und Auftragsabwicklung miteinander. Aber auch in der Gastronomiebranche spielen integrierte Lösungen eine wichtige Rolle. Gerade für Vollblut-Gastronomen ist es wichtig, in Bereichen wie der Buchhaltung oder den erzielten Tagesumsätzen nicht den Überblick zu verlieren. All-in-One Kassensysteme speichern Bestellungen und Umsätze in einer Cloud und bieten zusätzlich eine Übersicht über Reservierungen, Tischpläne und vieles mehr.

    Integrierte Lösungen in Behörden, Organisationen und Co.

    Insellösungen stellen dabei keineswegs nur ein Problem für die Privatwirtschaft dar. Insbesondere für große, vielleicht sogar internationale Organisationen sind ganzheitliche Programme unglaublich wichtig. Auch die deutsche Bundesregierung arbeitet etwa daran, Verwaltungsleistungen flächendeckend digital anzubieten und Verfahren einfacher zu gestalten – und hat aus diesem Grund im Jahr 2025 sogar ein eigenes, zentrales Ressort geschaffen. Man wolle den Staat grundlegend modernisieren und die Bürokratie schrittweise abbauen. Aber auch für NGOs, Bildungseinrichtungen oder sogar Kirchen kann eine gut vernetzte Softwarestruktur hilfreich sein, etwa zum Verwalten von Spendengeldern oder zur Projektkoordination.

    Ganz grundsätzlich gilt: Je größer und vielfältiger die Strukturen einer Organisation sind, desto wichtiger wird ein reibungsloser Datenaustausch zwischen den einzelnen Bereichen. Integrierte Softwarelösungen können dabei helfen, Informationen zentral verfügbar zu machen, doppelte Eingaben zu vermeiden und Arbeitsabläufe übersichtlicher zu gestalten. Setzen Sie statt auf Datensilos auf gut durchdachte Programme, die alle Schnittstellen miteinander verbinden.