Die Trends im E-Commerce für 2017

    Aus WISSEN-digital.de

    Die weiter zunehmende Konkurrenz auf dem Markt für Online-Shops und die Geschwindigkeit bei der Entwicklung neuer Technologien und Methoden machen es für Online-Händler heute unumgänglich, frühzeitig auf Trends zu reagieren. Welche Trends aber sind für 2017 zu erwarten? 580px

    Trendquelle E-Commerce-Konjunkturindex

    Das Erkennen von Trends im kommerziellen Bereich ist heiß begehrt, aber keine einfache Sache. Ganze Kongresse widmen sich dem Thema. Einige der wenigen handfesten Daten für den deutschsprachigen Markt liefert der E-Commerce-Konjunkturindex (e-KIX) des Handelsverbandes Deutschland und des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Der e-KIX befragt etwa 400 deutsche Online-Händler, wie sich die aktuellen Online-Umsätze entwickeln und welche Erwartungen sie für das kommende Jahr an die künftige Umsatzentwicklung haben, in der Regel für die nächsten 12 Monate.

    Steigender Konkurrenzdruck und negative Umsatzentwicklung

    Die befragten Händler registrierten im April 2016 eine negative Umsatzentwicklung von 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, im August dagegen ein Plus von 2,1 Prozent. Der Trend für den April 2017 hält sich mit einem Minus von 6,8 Prozent, der August 2017 wird mit minus 0,7 Prozent ebenfalls negativ beurteilt. Als Grund für die Entwicklung sehen 59 Prozent einen steigenden Konkurrenzdruck durch andere Online-Händler, 45 Prozent speziell die hohe Konkurrenz durch Marktplätze wie Amazon und eBay und 30 Prozent durch den Direktvertrieb von Herstellern.

    Bedeutung der Social Media sinkt leicht

    65 Prozent der Befragten nutzen im Jahr 2016 die sozialen Netzwerke zur Unternehmenskommunikation, 63 Prozent zur Bewerbung ihrer Produkte. 35 Prozent nutzen die Networks nicht, weil sie entweder keine Zeit für die Pflege haben (68 Prozent), sie keinen messbaren Nutzen erkennen (28 Prozent), die Social Media generell ablehnen (21 Prozent) oder ihre Zielgruppe nicht in den Networks wiederfinden (21 Prozent). In den Einschätzungen der Online-Händler sinkt die Bedeutung der Social Media für ihre Arbeit. Für 32 Prozent haben sie eine mittlere, für 24 Prozent eine hohe und für lediglich 8 Prozent eine sehr hohe Bedeutung.

    Verkauf über Online-Marktplätze

    Bereits 2016 verkaufen viele Online-Händler ihre Produkte über Online-Marktplätze. 22,5 Prozent ausschließlich und 55 Prozent als einen von mehreren Verkaufskanälen. Der steigende Konkurrenzdruck, den viele Händler in solchen Portalen sehen, wird zu einer Bedeutungszunahme solcher Portale führen. 51,4 Prozent der Befragten sehen in der intensiveren Nutzung von Online-Marktplätzen eine mittlere oder hohe Relevanz für die nächsten fünf Jahre. Aktuell verkaufen 68 Prozent der Händler auf eBay, 60 Prozent über Amazon, 37 Prozent über rakuten.de und 10 Prozent über yatego.de. Weitere Portale liegen im einstelligen Bereich.

    Erschließung neuer Märkte

    Die Gewinnung von Neukunden ist für 91,1 Prozent der Online-Händler aktuell und in den nächsten fünf Jahren ein wichtiges Thema. Neben einer verstärkten Nutzung der Online-Marktplätze spielt hier vor allem die Internationalisierung der Shops eine Rolle. Für immerhin 44,2 Prozent hat dieser Punkt aktuell und in den nächsten fünf Jahren eine mittlere oder hohe Relevanz. 2017 und in den folgenden Jahren ist also damit zu rechnen, dass sich deutlich mehr deutsche Online-Shops vielsprachig präsentieren werden.

    Neue Services und Features im Online-Shop

    Lediglich 11 Prozent der Befragten sehen in der Entwicklung neuer Services und Features im Online-Shop oder in seinem direkten Umfeld einen zukünftigen Umsatztreiber. Damit spiegeln sie nicht die Prognose einzelner E-Commerce-Experten wider, die für die nähere Zukunft von einer größeren Rolle des Contents im Online-Shops sprechen. Der in diesem Zusammenhang geprägte Begriff des "Content Commerce" bezeichnet die Entwicklung des Content für die Zielgruppe, der die Grenzen zwischen Shopping und Unterhaltung verwischt und zusätzlich Informationen und Hintergründe zu Produkten und Kampagnen liefert.

    Entwicklung neuer Zielgruppenkonzepte

    Einen deutlicheren Eindruck scheint das Content-Marketing auf die Frage der Zielgruppenorientierung von Online-Shops gemacht zu haben. Die allgegenwärtigen Ratgeber zur notwendigen Content-Strategie von Unternehmen, die online vermarkten, haben 47,2 Prozent der Befragten zu der Ansicht kommen lassen, dass 2017 und in den folgenden Jahren eine Verbesserung oder überhaupt Entwicklung eines Zielgruppenkonzepts für ihren Online-Shop vonnöten ist.

    Optimierung des Online-Shops und Verknüpfung der Kanäle

    Die Ausweitung des klassischen E-Commerce auf den Mobile Commerce war bereits in den letzten Jahren für viele Händler ein wichtiger Entwicklungsschritt und führte zur Gründung speziell auf entsprechende Innovationen solcher Anwendungen orientierter Agenturen wie basecom. Auch aktuell und für die nächsten Jahre ist die weitere Optimierung auch in diesem Bereich für 79,5 Prozent der Befragten ein relevantes Thema. Auch die Verknüpfung der Kanäle spielt eine wichtige Rolle. 46,6 Prozent sehen im sogenannten "Connected Commerce" eine mittlere oder hohe Relevanz.

    Das Thema wird sich wohl als Dauerbrenner erweisen, denn die Überwindung von Medienbrüchen, die Entwicklung personalisierter Kommunikation und eines umfassenden Services über die Kanäle hinaus ist ein Bereich, der noch viel Spielraum frei lässt. Allerdings dürfte er für die Mehrheit der Online-Händler eher Gedankenspiel bleiben, weil die Kosten für die Entwicklung von Connected Commerce - zumindest in den nächsten Jahren - das Budget der meisten Marktteilnehmer übersteigen dürften.

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