Der Diebstahl der Mona Lisa vor 100 Jahren

    Aus WISSEN-digital.de

    Am 21. August ist es genau hundert Jahre her, dass man das wohl bekannteste Gemälde der Welt aus dem Louvre entwendete. Ein Diebstahl der 1911 die ganze Welt bewegte, zählte die Mona Lisa doch schon damals zu den bedeutsamsten Werken der Kunstgeschichte. Wie konnte der Diebstahl dieses Meisterwerk unbemerkt geschehen?

    Ein Rückblick: August 1911, der Louvre ist bei weitem nicht so streng bewacht wie heute. Keinerlei Alarmanlagen oder sonstige Sicherheitsmaßnahmen schützen das Museum. Der Italiener Vincenzo Peruggia, ein Spiegelmacher, der zuvor einige Tage im Louvre gearbeitet hat, weiß um diese Sicherheitsmängel. In der Nacht vom 22. zum 23. August bleibt der 31-Jährige, der sich heimlich in einem Schrank verbirgt, nach Schließung im Museum. Nachts löst er das Bild aus dem Rahmen und schmuggelt es hinaus. Sein Plan: Er will die Mona Lisa nach Hause, das heißt nach Italien, bringen, wo es seiner Meinung nach rechtmäßig hingehört. Er schafft es in seine Wohnung in Paris und versteckt es dort in einem Loch in der Wand. Dort wird es die nächsten zwei Jahre bleiben.

    Der Diebstahl bedeutete für den Louvre einen enormen Skandal. Wilde Vermutungen kamen auf, bei denen unter anderem der Dichter Guillaume Apollinaire und der Maler Pablo Picasso unter Verdacht gerieten. Doch die Untersuchungen blieben erfolglos. Menschenmassen stürmten den Louvre und besichtigten die kahle Stelle an der Wand, an der sich die Mona Lisa zuvor befunden hatte. Später hängte man an die Stelle das Gemälde "Frau mit einer Perle" von Camille Corot, das deutlich beeinflusst von Da Vincis Mona Lisa ist.

    Erst am 12. Dezember 1913 versuchte Peruggia die Mona Lisa in Florenz an einen Kunsthändler zu verkaufen. Dieser verständigte, nachdem er die Echtheit des angebotenen Werkes überprüft hatte, die Polizei. Die italienische Regierung entschloss sich die Mona Lisa, gegen den Protest italienischer Nationalisten, nach Frankreich zurückzugeben. Doch bevor es 1914, begleitete von einer aufwendigen Staatszeremonie, seinen Weg zurück in den Louvre fand, wurde es in Florenz, Rom und Mailand ausgestellt.

    Zweifelsohne war die Mona Lisa schon vor ihrem Verschwinden bekannt, doch der Diebstahl trug maßgeblich zu dem Kult um die Unbekannte mit dem geheimnisvollen Lächeln, das Leonardo da Vinci in seinem Meisterwerk verewigt hat, bei.

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